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Passaredo und Flyways

Krise trifft brasilianische Regionalairlines

Auch kleine brasilianische Fluggesellschaften haben immer größere finanzielle Probleme. Flyways kann Leasingraten nicht mehr bezahlen, Passaredo reduziert die Flotte um fast die Hälfte.

Passaredo

Flugzeuge von Passaredo: Die Regionalairline baut ab.

Vor sechs Monaten ist die Fluggesellschaft gestartet. Nun droht Flyways Linhas Aéreas bereits das Aus*. Ein Gericht des Bundesstaates São Paulo forderte das Unternehmen Mitte Juni auf, ein Flugzeug an den Leasinggeber Elix Assets 1 zurückzugeben. Er hatte geklagt, weil er angeblich keine Zahlungen für die Leihe der ATR 72 bekommen hat. Flyways will das Urteil weiterziehen.

Der Fall zeigt: Die tiefe Wirtschaftskrise in Brasilien trifft inzwischen auch die regionalen Fluggesellschaften. Nicht nur Flyways hat Probleme. Ende Dezember hatte bereits Sete Linhas Aéreas aufgegeben. Die ungleich größere Passaredo ist ebenso angeschlagen. Sie gab vergangene Woche bekannt, ein Drittel der 900 Angestellten zu entlassen. Gleichzeitig wird die Fluggesellschaft 6 ihrer 14 Flugzeuge an den Leasinggeber zurückgeben und das Streckennetz reduzieren. So fliegt Passaredo nicht mehr nach Dourados und Uberlândia.

Große bauen ebenfalls ab

Die Großen haben bereits früher gehandelt. Marktführerin Gol hatte im März bekannt gegeben, das Angebot um fast einen Fünftel heruntergefahren. Die Airline kürzt die Zahl der Flüge um 18 Prozent, die der angebotenen Sitzkilometer um 8 Prozent. Die Flotte wird dieses Jahr um 20 Flugzeuge reduziert. Auch TAM baut ab. Kein Wunder: Im laufenden Jahr schrumpft die brasilianische Wirtschaft um 3,5 Prozent, im nächsten wird sie nur 0,7 Prozent wachsen, schätzt das Ratinghaus Fitch.

* Ergänzung vom 17. Juli 2016: Flyways hat die Flüge Mitte Juli eingestellt. Offiziell geht es um Wartungsarbeiten der Flieger. Doch eine Wiederaufnahme wurde nicht bekannt gegeben.



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