Halva-Süßigkeit von Achva: Wieder an Bord von Brussels Airlines erhältlich.

IsraelBoykottdrohung lässt Brussels Airlines umdenken

Brussels Airlines kippte kurzzeitig ein Produkt aus dem Menü, das in den besetzten Gebieten hergestellt wird. Aus Israel wurde die Fluggesellschaft daraufhin des Antisemitismus und Rassismus beschuldigt.

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Halva ist im ganzen Orient beliebt. Die Süßspeise besteht aus einem Mus aus Ölsamen und Zucker oder Honig, das mit Aromen verfeinert wird. Auch in Israel ist Halva beliebt. Und so ist die Speise auch in den vegetarischen Menüs zu finden, die der lokale Caterer von Brussels Airlines für die Flüge von Tel Aviv nach Brüssel zusammenstellt.

Ein Passagier wies Brussels Airlines kürzlich darauf hin, dass die Halva-Herstellerin Achva im Barkan Industrial Park produziert. Das Industriegelände liegt rund 25 Kilometer östlich von Tel Aviv in Westjordanland. Organisationen wie Human Rights Watch kritisieren, dass die dortigen Firmen internationales Recht verletzten, weil sie auf besetztem Gebiet produzieren. Westjordanland steht unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde, dennoch gibt es auf dem Gebiet Hunderte israelische Siedlungen und eben den Barkan Industrial Park. Aufgrund der Information ließ eine Mitarbeiterin der belgischen Airline das Produkt aus dem Angebot nehmen.

Tourismusminister wettert gegen Brussels Airlines

Das wiederum führte in Israel zu Aufruhr. In Sozialen Netzen wurde Brussels Airlines Antisemitismus oder auch Rassismus unterstellt. Schnell machten Boykottdrohungen die Runde. Und Tourismusminister Yariv Levin meinte, die Fluggesellschaft habe nichts mehr am Ben-Gurion-Flughafen von Tel Aviv verloren.

Nach dem Proteststurm dachte Brussels Airlines erneut um. «Die Mitarbeiterin hat ihre Kompetenzen überschritten als sie das Produkt aus dem Angebot nahm», so die Sprecherin. Als Airline sei man strikt neutral. In einem Brief an die israelische Botschafterin in Belgien entschuldigte sich das Unternehmen zudem. «Es ist klar, dass Achva ein vertrauenswürdiger Lieferant bleibt - ungeachtet der Herkunft des Produktes. Darum werden wir die Produkte auf unseren Flügen weiterhin führen», zitiert die Zeitung Yedioth Ahronoth aus dem Schreiben.

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