Air Force One: Herausforderung bei der Wartung

Boeing: Ärger wegen Air Force One

Der Flugzeugbauer verlagert die Wartung der Präsidentenmaschine nach Texas. Das bereitet der Regierung Sorgen.

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Früher wurde die mit modernster Technik vollgestopfte Boeing B747 des amerikanischen Präsidenten in Wichita im Bundesstaat Kansas gewartet. Doch weil der amerikanische Flugzeugbauer sparen muss, wird das seit 83 Jahren bestehende Technikzentrum nun geschlossen und nach San Antonio in Texas verlegt. Dort hochqualifizierte Arbeiter zu finden, sei einer der wichtigsten Aspekte des Umzugs, schreibt die amerikanische Luftwaffe in einem sorgenvollen Brief an Boeing. Und gleichzeitig sei es der Aspekt, bei dem das Unternehmen bisher am wenigsten vorzuweisen habe, so das Schreiben vom 30. Juli, aus welchem die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert. Das bereitet den Militärs Sorgen.

Wenn man als Mechaniker oder als anderer Spezialist an der Wartung der Air Force One beteiligt sein will, muss man mindestens fünf Jahre Arbeitserfahrung an an vergleichbaren Spezialmaschine vorweisen. Solche Fachleute gibt es nicht besonders viele. Wie aus dem Brief hervorgeht, erhielten sieben erfahrene Ingenieure ein Transferangebot nach Texas - alle sieben lehnten ab. Offenbar fragte die Air Force darum bei Boeing an, wie die personellen Pläne für das Air-Force-One-Programm nun aussehen. Ob es eine befriedigende Antwort gab, ist noch nicht bekannt. In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur erklärte eine Sprecherin der Luftwaffe lediglich, man habe «zahlreiche Schreiben» ausgetauscht. Und man vertraue weiterhin darauf, dass Boeing seinen Teil des Vertrages einhalte.

Neue Maschine gesucht

Ende Juli jedenfalls war die Regierung noch ziemlich besorgt. «Alles was unter präsidialer Qualität ist, ist nicht annehmbar. Versagen ist hier keine Option», hiess es in dem Brief. Der Erfolg des Umzuges werde «jeden Aspekt des gesamten Programms auf den Prüfstand stellen.» Heikel ist diese Aussage vor allem auch, weil die USA eine neue Präsidentenmaschine suchen. Boeing ist dabei der einzige valable Kandidat.

Die präsidialen Flieger sind in die Jahre gekommen. Ronald Reagan gab 1987 den Auftrag, zwei Boeing B747 zu kaufen beziwhungsweise die militärische Variante davon, die VC-25. Er ersetzte damit die veralteten B707, die bis dahin verwendet wurden. 1990 und 1991 wurden die beiden neuen Flieger in Betrieb genommen. Schon George W. Bush wollte die Flieger ersetzen, sein Nachfolger Barack Obama legte die Pläne auf Eis. Doch nun scheinen sie erneut aktuell zu sein. Der Wunsch wurde zumindest wieder ins Rüstungsprogramm des Pentagons aufgenommen. «Die Luftwaffe beginnt die VC-25-Flotte zu erneuern. Das erste Flugzeug wird 2019 ausgeliefert, um dann umgebaut zu werden», steht im Annual Aviation Inventory and Funding Plan - Fiscal Years (FY) 2013-2042 des amerikanischen Verteidigungsministeriums.

Mit Operationssaal

Die Jumbo-Jets sind speziell für den Regierungsdienst ausgestattet - die Technik an Bord könnte die Irritationen durch einen Atomschlag am Boden verkraften. Außerdem besteht die Möglichkeit der Betankung während des Fluges, was ihnen eine unbegrenzte Reichweite gibt. Auch ein medizinischer Bereich mit Operationsraum befindet sich an Bord der Riesenjets. Kein Wunder also, dass es dafür erfahrene und spezialisierte Arbeitskräfte braucht. Aviatik-Experte Mitch Geraci arbeitete mehr als 20 Jahre in Wartung und Instandhaltung. Die Personalsuche ist für Boeing seiner Meinung nach alles andere als einfach: «Sie werden niemanden auf der Straße finden, der bereit und im Stande ist, diese Arbeiten auszuführen», erklärt der Professor.

Sehen Sie sich hier in unserer Bildergalerie die Air Force One genauer an.

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