Boeing 777X: Das neue Langstreckenmodell hat Verspätung.

Wegen 737 MaxBoeing stoppt Entwicklung der Ultralangstrecken-777X

Qantas wartet auf einen neuen Ultralangstreckenjet. Boeing legt aber die Entwicklung der 777-8 mit mehr Reichweite auf Eis, während Airbus offenbar bald den A350-1000 ULR präsentiert.

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Im April war man bei Boeing noch frohen Mutes. Die Probleme mit der 737 Max würden die Zeitpläne von 777X und New Middle of the Market Airplane NMA nicht durcheinanderwirbeln, hieß es vom amerikanischen Flugzeugbauer. Inzwischen liegt das Projekt für ein neues Flugzeug zwischen 737 und 787, das inoffiziell auch schon 797 genannt wird, aber auf Eis.

Und jetzt bremsen die Probleme mit der 737 Max auch die Entwicklung einer Ultralangstreckenversion der 777X. Wie das Fachportal The Air Current schreibt, hat Boeing die Entwicklung vorübergehend gestoppt. Aktuell wolle der Flugzeugbauer alle Ressourcen für eine schnelle Rückkehr des gegroundeten Kurz- und Mittelstreckenflugzeuges verwenden, so der Bericht. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte der Konzern den vorläufigen Entwicklungsstopp.

Nonstop Sydney - London als Ziel

Boeing arbeitete daran, der 777-8 mehr Reichweite zu verpassen. Aktuell kommt die kleinere Variante der 777X ohne Nachtanken 16.090 Kilometer weit. Das reicht nicht, um Qantas zufriedenzustellen. Die australische Fluggesellschaft sucht einen Flieger, der die 17.000 Kilometer zwischen Sydney und London nonstop zurücklegen kann. Bis Ende des Jahres will sie entscheiden, auf welches Flugzeug sie dabei setzt.

Boeing wollte die Ultralangstreckenversion der 777-8 eigentlich 2022 an den ersten Kunden ausliefern. Das hätte gereicht, um Qantas zufriedenzustellen, die ab 2023 zwischen London und Sydney fliegen will. Jetzt ist nicht mehr sicher, ob die Amerikaner noch früh genug sein können, um die Australier für sich zu gewinnen. Dies gilt umso mehr, als dass Airbus offenbar kurz davor steht, den A350-1000 ULR zu lancieren, wie das Portal Aviation Analyst schreibt, ohne Quellen zu nennen. Damit hätten die Europäer ein Flugzeug mit hoher Reichweite und hoher Passagierkapazität einigermaßen pünktlich für Qantas im Angebot.

777X hat bereits leichte Verspätung

Die 777X ist allgemein leicht verspätet. Ursprünglich für März 2019 geplant, steht aktuell für den Erstflug ein Termin von Anfang 2020 im Terminplan. Die Auslieferung an den Erstebetreiber Emirates ist ebenfalls verspätet. Die Übergabe der ersten Maschine an Zweitbetreiberin Lufthansa ist inzwischen von Sommer 2020 auf Ende 2020 verschoben worden.

Nach der 777-9 will der Flugzeugbauer die 777-8 an Kunden ausliefern. Für die kleinere Version des neuen Fliegers liegen bisher allerdings erst 45 Bestellungen von zwei Kunden vor, von Emirates und Qatar Airways. Zudem hat auch sie bereits Verspätung.

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