Mangel entdecktBoeing muss Testflüge mit 777X schon wieder einstellen

Eben erst hat der Flugzeugbauer die Flüge mit dem neuen Langstreckenmodell nach sechsmonatiger Pause wieder aufgenommen. Schon muss Boeing die Tests mit der 777X wieder pausieren. Schuld ist ein mangelhaftes Bauteil.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Es ist ein langer Prozess. Bis ein neues Flugzeugmodell von den Luftfahrtbehörden freigegeben wird, braucht es jahrelange Arbeit. Zuerst müssen die Hersteller ihre Unterlagen bei Easa, FAA und Co. einreichen, damit die Zulassungsverantwortlichen diese prüfen und die spezifischen Anforderungen festlegen. Danach folgen monatelange Tests. Dazu gehören Belastungstests am Boden wie etwa die maximale Biegung der Tragflächen, Funktionsprüfungen der Querruder in Extremphasen, Drucktests am Rumpf und Ermüdungstests.

Danach kommen die Testflüge. An diesem Punkt steht aktuell Boeing. Vor rund sechs Wochen hat der Flugzeugbauer seine Flugtests mit der 777X wieder aufgenommen, nachdem er sie im Januar faktisch auf Eis gelegt hatte, um sich nach dem Vorfall von Alaska Airlines voll den Problemen bei der 737 Max widmen zu können. Anfang Juli hob der Testflieger mit dem Kennzeichen N779XY erstmals wieder ab.

Boeing analysiert Schäden am Bauteil

Nun muss Boeing die Flüge aber erneut stoppen, wie das Portal The Air Current berichtet. Offenbar wurde bei einer Routineinspektion nach einem Flug ein struktureller Mangel an einem Bauteil gefunden, mit dem das Triebwerk an der Tragfläche befestigt ist. Die Testmaschine (Seriennummer 65799) hatte zuvor Dutzende Flüge in Seattle, Colorado Springs, Mexiko und zuletzt auf Hawaii durchgeführt.

Ein ähnlicher Befund wurde danach auch bei den beiden anderen Testflugzeugen gestellt. Deshalb musste Boeing die Testflüge wieder stoppen. «Während der planmäßigen Wartungsarbeiten haben wir eine Komponente identifiziert, die nicht wie vorgesehen funktioniert hat. Unser Team tauscht das Teil aus, sammelt alle Erkenntnisse über die Komponente und wird die Flugtests wieder aufnehmen, sobald wir bereit sind», so der Flugzeugbauer zu The Air Current.

Spezielles Bauteil für Boeing 777-9

Boeing beschreibt das ausgefallene Bauteil als «strukturelle Komponente zwischen dem Triebwerk und der Flugzeugstruktur». Es handle sich um ein einzigartiges Bauteil für die 777-9. Der Konzern besitzt vier Testflieger. Neben der zuletzt geflogenen 777-9, die später an Lufthansa geliefert werden soll, sind es die 777-9 mit den Seriennummern und Kennzeichen 64240/N779XW, 64241/N779XX und 65800/N779XZ (geht ebenfalls später an Lufthansa).

Boeing 777X: Eine Verbindung zwischen Triebwerk und Tragfläche macht Probleme. Bild: Boeing

Unklar ist, was die neueste Entdeckung für die Auslieferung der Boeing 777X bedeutet. Schon jetzt hat das neue Flugzeugmodell sechs Jahre Verspätung. Ursprünglich war die Übergabe des ersten Exemplars an den Kunden für 202o geplant. Inzwischen ist 2026 vorgesehen. Lufthansa rechnete zuletzt mit der Einflottung « frühestens Anfang Sommerflugplan 2026».

Entdeckung hat auch Vorteile

Auch wenn der erneute Flugstopp für Boeing ärgerlich ist. Es ist besser, einen Mangel während der Tests zu finden - ja sie sind sogar genau dafür da. Richtig teuer wird es, wenn das erst nach Einführung passiert.

Mehr zum Thema

Boeing 777-9 von Lufthansa: Soll so aussehen.

Lufthansa rechnet mit Boeing 777X erst 2026

Antonoaldo Neves: «Wir brauchen ein Ultralangstreckenflugzeug. Das könnte der A350-1000 sein oder die 777X.»

«Die Boeing 777X spielt in unserem Fünfjahresplan keine Rolle»

Boeing 777-8: Boeing ist ganz damit beschäftigt, die 737 Max wieder in die Luft zu bringen und die größere Variante der 777X, die 777-9 (Bild), nach Triebwerksproblemen auf den Erstflug vorzubereiten. So wurde die Entwicklung der kleineren 777-8 vorerst auf Eis gelegt. Dass Qantas für das Project Sunrise auf Airbus setzt, ist ein weiterer Rückschlag für das Programm. Insgesamt weist Boeing für die 777X feste Bestellungen für 309 Jets aus. Davon entfallen höchstens 45 auf die 777-8, 35 für Emirates, 10 für Qatar Airways, allerdings gibt es auch bei diesen Orders Fragezeichen.

Frachttür der Boeing 777X hält Test nicht stand

ticker-boeing-1

Boeing erhält Milliardenauftrag für neuen US-Navy-Kampfjet F/A-XX

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier