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Interne Emails

Boeing-Mitarbeiter kritisierten auch 777X-Simulator

Laut interner Korrespondenz entschied sich Boeing beim Simulator für die 777X für denselben Zulieferer wie bei der 737 Max. Dessen Qualität wird angezweifelt.

Boeing

Cockpit der 777X: Kritik am Zulieferer des Simulators

Hunderte interne E-Mails aus den Jahren 2013 bis 2018, die Boeing kürzlich der Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration zur Verfügung stellte, zeichneten ein erschreckendes Bild. Die 737 Max sei «von Clowns entwickelt» worden, hieß es dort unter anderem. Zudem kam heraus, dass der Hersteller Lion Air ausgeredet hatte, die Piloten im Simulator zu trainieren.

Doch in den Mails zeigen sich offenbar auch Probleme, die das neueste Flugzeug betreffen, die 777X. In einem Schreiben von Juni 2018 thematisiert ein Mitarbeiter von Boeing laut dem Finanzportal Investor’s Business Daily Probleme mit den Simulatoren der 737 Max. Man habe sich für «den billigsten Anbieter» entschieden und «unrealistische Zeitpläne» geschaffen, heißt es.

«Noch aggressiverer Zeitplan»

Der Zulieferer schneide am schlechtesten ab und sei nicht gut geprüft worden. Weiter schreibt der nicht identifizierte Angestellte, dass derselbe Zulieferer auch für die Simulatoren von Boeings neuestem Langstreckenjet ausgewählt worden sei. «Wir starten das Ganze noch Mal mit der 777X und mit demselben Zulieferer und haben noch einen aggressiveren Zeitplan», heißt es in der E-Mail.

Boeing hat sich inzwischen zu den Vorwürfen bezüglich der 737-Max-Simulatoren geäußert. Die Probleme, auf die sich die Mitarbeiter in den Konversationen bezogen, seien früh vorgekommen. Seither hätten interne und externe Experten, die Simulatoren immer wieder getestet und verbessert. Zu den Simulatoren der 777X hat sich Boeing bisher nicht geäußert. Allerdings dürfte dasselbe auch für den Langstreckenflieger gelten.

Rückschläge bei der 777X

Auch so gab es bereits genug Trubel um Boeings neuen Langstreckenjet. Der Erstflug der 777X, die es als 777-9 und kleinere 777-8 geben soll, verschob sich immer weiter nach hinten. Zuerst gab es Probleme mit dem neuen Riesentriebwerk GE9X. Eine Komponente an der Vorderseite des Kompressors zeigte vorzeitige Verschleißerscheinungen und musste überarbeitet werden.

Im September gab es dann einen weiteren Rückschlag. Bei einem Statiktest, bei dem ein Prototyp gezielt über das erlaubte Limit belastet wurde, wurde eine Frachttür aus dem Rumpf gedrückt. Laut dem letzten Stand von Boeing sind der Erstflug für Anfang 2020 vorgesehen und erste Auslieferungen im Jahr 2021.

Neues Softwareproblem bei der 737 Max

Und auch bei der Wiederzulassung der 737 Max stößt Boeing auf immer neue Hindernisse. Ende vergangener Woche musste der Hersteller bekannt geben, dass man ein weiteres, «kleines» Softwareproblem gefunden habe. Man sei bereits dabei, die nötigen Anpassungen vorzunehmen.

Laut verschiedenen Medienberichten soll es um Software gehen, die für die Überwachung von Systemen im Cockpit verantwortlich ist. Es handle sich um ein Problem, das dem beim Hochfahren eines Computers gleiche. Die Überwachungssoftware habe sich dabei nicht eingeschaltet.



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