Dreamliner-Produktion: Fehler bei der Zertifizierung?

Behörde prüft Boeing und Aufsicht

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB will wissen, warum der Dreamliner trotz Batterieproblemen abhob. Boeing und FAA stehen im Visier.

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Das neue Flugzeug habe ein so akribisches Testverfahren durchlaufen wie kein Flieger je zuvor. So äußerten sich Hersteller Boeing und die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Authority FAA immer wieder über den Dreamliner. Trotzdem führte ein Problem mit den Lithium-Ionen-Batterien des neuesten Jets von Boeing zu einem monatelangen Grounding. Seit Januar standen sie am Boden, erst in den nächsten Wochen dürfen sie wieder abheben. Wie konnte es soweit kommen? Das fragt sich auch die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde National Transportation Safety Board. Sie begann nun, sich die Sache genauer anzusehen.

Sowohl Boeing als auch FAA befragt das NTSB zum Thema. Zwei Tage dauern die Anhörungen, in denen sich die Ermittler Erkenntnisse über Ursprung des Feuers und über den Zertifikationsprozess im Allgemeinen erhoffen. Denn wie kürzlich ans Licht kam, ist auch dieser nicht ohne Probleme verlaufen.

Zertifizierung ausgelagert

Offenbar lagerte die FAA wesentliche Teile der Zertifizierung aus - an Boeing und seine Batteriezulieferer. Die zu Kontrollierenden kontrollierten quasi sich selbst. Diese befanden die Batterien für ungefährlich. Ein Feuer könne weniger als einmal in zehn Millionen Flugstunden ausbrechen. Doch schon in den ersten paar Monaten des Flugbetriebs des Dreamliners trat Feuer zwei Mal vor.

Mike Sinnett, Chefingenieur des B787-Programms, weist alle Vorwürfe von sich. Die FAA habe den Batterien mehr als 200'000 Stunden für Tests zugestanden, sagte er zur Fachzeitschrift Aviation Week. Der Zulieferer habe tiefstes Verständnis der Materie und die geforderten Testmethoden angewendet. «Rückblickend könnten wir aber noch strengere Testkriterien anwenden oder uns selbst anstrengen, diese noch besser zu verstehen», gestand er ein.

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