B777 von Air Canada: Wurde zum Rettungsflugzeug

Air-Canada-Jet hilft Segler in Not

[image1] Mehr Treibstoff im Tank kann sich lohnen: Auf der Reise von Vancouver nach Sydney wurden die Passagiere einer B777 zu Lebensrettern.

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Eigentlich verlief der Flug ganz normal. Bald sollte die Boeing B777 von Air Canada in Sydney landen. Doch dann kam eine ungewöhnliche Durchsage aus dem Cockpit. Ob einer der Passagiere ein Fernglas dabei habe, fragte der Kapitän in der Nacht auf Dienstag (16. Oktober) über die Lautsprecher in die Kabine. Man suche nach einem Segler, der einen Notruf ausgesandt habe. «Wenn irgendjemand das Boot sieht, geben Sie sofort dem Flugbegleiter Bescheid!»

Zuvor hatte die australische Maritime Safety Authority die Crew des Flugzeuges kontaktiert und ihr von dem Notfall berichtet. Die Air-Canada-Maschine sei diejenige, die dem möglichen Aufenthaltsort des Bootes am nächsten gewesen sei, so die Behörde. Und zum Glück hatte die Boeing noch genug Kerosin im Tank. So sank Flug AC033 von etwa 7500 auf 1800 Meter und suchte den Seemann in Not. Der Flieger sei gekreist und immer wieder von der einen auf die andere Seite umgeschlagen, berichtet eine Reisende laut der kanadischen Zeitung The Globe and Mail. «Wir waren überrascht, wie wendig der Flieger ist.»

Nervosität an Bord

An Bord habe sich zunehmend Nervosität ausgebreitet, bis schließlich tatsächlich ein Passagier das Boot mit einem Fernglas entdeckte. Dann brach Jubel aus. Zwei Wochen zuvor schon hatte der Segler die Region um die australische Metropole Sydney verlassen. Den geplanten Kurs hatte er offenbar schon eine Woche lang nicht wieder gefunden und dann ging ihm auch noch der Reservetreibstoff aus. Nach der Entdeckung durch die B777 kam ihm ein Rettungsflugzeug zu Hilfe.

Normalerweise bitte man eher selten Passagierflieger um Hilfe, heißt es von der australischen Schifffahrtbehörde. Doch in diesem Fall sei es einfach naheliegend gewesen. Selten gäbe es Zwischenfälle in so abgelegenen Regionen. Doch dort seien eben hauptsächlich Flugzeuge unterwegs. Außer dem Air-Canada-Flieger hatte man offenbar auch einen Airbus A320 von Air New Zealand um Hilfe gebeten, doch der war nicht erfolgreich. 400 Kilometer mehr als geplant legte der Jet zurück. Er kam mit einer Verspätung von 90 Minuten in Sydney an. Doch der Hilfseinsatz war noch nicht einmal der Hauptgrund für die Verspätung. Schlechtes Wetter hatte auch zu einer Routenänderung geführt. Immerhin: Passagiere und Crew wurden bei der späten Ankunft als Helden gefeiert.

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