Produktion der Boeing 787: Geht alles mit rechten Dingen zu?

Dreamliner-DokumentationSchwere Vorwürfe an Boeing

Drogen und Mängel: Eine Dokumentation des TV-Senders Al Jazeera deckt Missstände bei der Produktion des Dreamliners auf. Boeing wehrt sich.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Allein der Name der Dokumentation sagt schon alles. Die Filmemacher nannten ihr Stück über den Dreamliner «Broken Dreams» (geplatzte Träume). Ein Whistleblower hatte sich an den arabischen Fernsehsender Al Jazeera gewandt. Und er verriet heikle Details aus der Produktion von Boeing. «Es hat mich kaputt gemacht zu wissen, was alles unter den Teppich gekehrt wird», erklärte er dem Sender. Er arbeite am Dreamliner-Programm mit. Die Probleme mit dem Jet, die der Öffentlichkeit bekannt seien, seien nur die Spitze des Eisbergs. «So viel mehr stimmt nicht.»

Mit versteckter Kamera hat er Unterhaltungen mit seinen Arbeitskollegen gefilmt. Diese machen einen Großteil der eine Stunde andauernden Dokumentation aus. Er fragt eine ganze Reihe Kollegen, ob sie selbst mit dem Flugzeug fliegen würden. «Nein, ich sehe ja den ganzen Sch..., der hier vor sich geht», antwortet einer. Ein anderer antwortet. «Ja, aber ich habe auch eine gewisse Todessehnsucht.» Eine weitere Antwort: «Weißt Du, sie verkaufen den Flieger ja nicht um ihn zu fliegen, sondern um Geld zu verdienen.»

Keine Drogentests?

Weitere Vorwürfe lauten, dass Arbeiter während der Arbeit Drogen nehmen. Es gebe bei Boeing keine guten Drogentests. Zu all dem sei gesagt: Eine Bestätigung der Echtheit des Materials gibt es nicht. Arbeiter, die offen vor der Kamera sprechen, fehlen. Ehemalige Angestellte hat Al Jazeera aber vor die Kamera bekommen. Cynthia Cole, die ehemalige Präsidentin der Ingenieursunion von Boeing, erklärt, dass sie selber die Boeing 787 lieber meidet. Auch andere ehemalige Mitarbeitende äußern sich kritisch.

Mit den Vorwürfen konfrontiert bricht der Boeing-Kommunikationschef ein Interview mit dem Chef des 787-Programms ab. Nach Veröffentlichung des Films wehrte sich Boeing aber doch noch ausführlich gegen die Vorwürfe. Man habe selten eine so einseitige Dokumentation gesehen, heißt es in einer Stellungnahme.

Boeing dementiert

Man halte sämtliche Sicherheitsstandards ein, so der amerikanische Flugzeugbauer. Die Sicherheit der Passagiere sei das höchste Gut. Alle Teile des Flugzeuges würden akribisch getestet, die Produktion entspreche den höchsten Sicherheitsstandards.

Sehen Sie hier die ganze Dokumentation:

Mehr zum Thema

ticker-boeing-1

Boeing steigert Auslieferungen im September auf Jahreshöchststand

ticker-boeing-1

Boeing wendet Streik von 15.500 Ingenieurinnen und Ingenieuren und Technikfachkräften ab

ticker-boeing-1

Boeing erhält Milliardenauftrag für neuen US-Navy-Kampfjet F/A-XX

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

Video

Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Szene aus «111 - Echoes from Halifax»: Der Film zeigt die Tragödie anhand menschlicher Schicksale nach.
Anne Walser ist Produzentin des Kinofilms «111- Echoes from Halifax». Im Interview erklärt sie, weshalb das Thema Absturz von Swissair-Flug SR111 auch nach mehr als 25 Jahren noch aktuell ist, wieso sie bewusst auf einen Katastrophenfilm verzichtete und wie sich das Team vorbereitete.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin