Airbus A319 von Belair: Mutter Air Berlin verlangt Opfer.

Schweizer Tochter BelairIm Hause Air Berlin droht Streik

Die Angestellten der Schweizer Air-Berlin-Tochter Belair sind zu Lohneinbussen bereit, wollen aber einen Tarifvertrag. Die Führung lehnt ab. Nun droht ein Streik.

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«Weitermachen ist keine Option.» Das ist die Botschaft, die das Management von Air Berlin dem Personal ihrer Schweizer Tochter Belair im September überbrachte. Die Ausgaben seien zu hoch. Acht Millionen Euro an Einsparungen müssten zwingend her, so die Vorgabe der Konzernführung an Belair. Sonst werde die Schweizer Tochter geschlossen und das Flugprogramm von einer anderen Air-Berlin-Tochter übernommen.

Inzwischen macht das Management von Belair Ernst. Es verschickte Änderungskündigungen an die Piloten, wie Arbeitnehmervertreter Arne von Schneidemesser gegenüber aeroTELEGRAPH bestätigt. Und die haben es in sich. Der durchschnittliche Lohnverzicht liege bei 30 Prozent, schreibt die Regionalzeitung «Der Landbote». Ursprünglich war von kleineren Einschnitten die Rede gewesen. Für das Management sollte es 20 Prozent weniger geben, für Kaderleute und Piloten 15 Prozent weniger und für das Kabinen- und Bodenpersonal 10 Prozent weniger.

Arbeitnehmer von Belair verlangen einen Tarifvertrag

Die Firmengewerkschaft Belpers kritisiert das Vorgehen nach dem Motto «Friss, Vogel, oder stirb». Man habe dem Management von Belair Maßnahmen zur Senkung der Kosten um sechs Millionen Franken oder umgerechnet fünf Millionen Euro vorgelegt, so Schneidemesser. Dafür aber verlange man einen Tarifvertrag. Das lehne das Management ab. «Sie verweigern kategorisch das Gespräch», so der Arbeitnehmervertreter.

Trotzt der Drohung der Schließung sind die Mitarbeiter zu allem bereit. In einer Urabstimmung beschlossen sie einen Arbeitskampf, falls das Management sich noch länger weigern sollte, nicht über einen Tarifvertrag zu sprechen. «Die Zustimmung betrug 92 Prozent», so Schneidemesser. Bei der Schweizer Air-Berlin-Tochter liegt also ein Streik in der Luft. Der letzte größere Streik in der Schweizer Luftfahrt war der der Swiss-Regionalpiloten im September 2006.

Strecken ab Basel und Zürich

Belair mit Basis Flughafen Zürich betriebt eine Flotte von sechs Airbus A319 und A320. Damit werden ab Basel und Zürich zehn Destinationen in sechs Ländern angeflogen. Die Airline wurde 2001 vom Reisekonzern Hotelplan gegründet, vier Jahre später beteiligte sich Air Berlin. 2009 übernahm der deutsche Konzern Belair ganz.

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