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Test in der Lufthansa-Gruppe

Austrian checkt Flugzeuge jetzt per Drohne

Drohnen-Einsatz bei Austrian Airlines: Die kleinen Flieger untersuchen Jets automatisiert auf Schäden. Auch andere Lufthansa-Fluglinien könnten bald darauf setzen.

Wenn in der Luftfahrt von Drohnen die Rede ist, geht es meist um die Gefährdung von Flugzeugen und die Frage, wie man Airports schützen kann. Doch die kleinen Fluggeräte können auch sehr nützlich sein. So kommen Drohnen etwa schon bei Untersuchungen von Flugunfällen zum Einsatz. Und auch der Überprüfung von intakten Jets könnten sie als fliegende Helfer eine Zukunft haben, wie Austrian Airlines nun zeigt.

Seit Mitte des Jahres testet die österreichische Lufthansa-Tochter Drohnen des französischen Start-ups Donecle, um Flugzeuge auf Lack- und Strukturschäden zu überprüfen. Dabei führt die Drohne mittels Laser-Technologie und unter Aufsicht eines Flugzeugtechnikers Inspektionen am Äußeren des Fliegers durch. Das System fliegt vom Start bis zur Landung sämtliche Bereiche des Flugzeuges selbständig ab und die Drohne nimmt jede Sekunde ein hochauflösendes Bild auf.

Checks dauern deutlich kürzer

Mit diesen Bildern erkennt eine Software automatisch Schäden an Struktur und Lack des Fliegers, wie zum Beispiel fehlende Aufkleber. Der Flugzeugtechniker hat die Möglichkeit, die Schäden am Tablet im Detail zu begutachten und einen Report für das Wartungsteam zu erstellen. «Die Drohne leistet die Vorarbeit und beschleunigt die Überprüfung, die letzte Entscheidung liegt aber beim Flugzeugtechniker», erklärt die Airline.

Zur Vorbereitung erhalten die Techniker Theorie- und Praxistraining. «Die geringere Dauer des Checks – weniger als zwei Stunden anstatt zuvor vier bis zehn Stunden – schafft auch eine schnellere Verfügbarkeit der Flugzeuge im täglichen Betrieb», lobt Austrian.

Zurzeit nur Airbus, bald auch Embraer

Aktuell werden die Überprüfungen mit der Drohne nur an der Airbus-Flotte von Austrian durchgeführt. Die Airline plant aber, die autonomen Flugzeugchecks künftig aber auch auf andere Modelle auszuweiten. So sollen noch im September die 17 Embraer-Flieger von Austrian Airlines mit der neuen Technologie überprüft werden.

«Eine weitere Möglichkeit wäre, die Drohne bei unseren Technik-Partnerbetrieben weltweit einzusetzen», sagt Austrians Technikchef Michael Kaye. «So könnten wir uns in Wien ein genaues Bild von Lackierarbeiten machen, die an einem anderen Standort durchgeführt werden.»

Setzen auch Lufthansa bald auf die Drohnen?

Der Test bei Austrian läuft noch bis Ende des Jahres. Ist er erfolgreich, könnten die Drohnen auch eine Zukunft bei anderen Airlines der Lufthansa-Gruppe haben. «Austrian Airlines fungiert als Testcase innerhalb der Lufthansa Group und entwickelt gemeinsam mit Donecle die Technologie mit den Erfahrungen aus dem Linienbetrieb weiter», schreiben die Österreicher. Den Ausgangspunkt für den Drohnen-Einsatz bildete ein Ideenwettbewerb bei Lufthansa Systems. Bei einer Start-up-Challenge präsentierte sich die Drohnenfirma Donecle und erarbeitete gemeinsam mit Lufthansa Technik Einsatzmöglichkeiten.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Fotos und ein Video von den Drohnen-Einsätzen bei Austrian Airlines.



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