Die neue Embraer 190 von Austral: nicht überall beliebt.

Australs Probleme mit Embraer

Fünf fabrikneue Maschinen der argentinischen Fluglinie stehen am Boden - weil sich die Piloten weigern, sie zu fliegen.

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Zwanzig Embraer 190 kaufte der Staat zwischen 2009 und 2011 für seine Inland-Fluggesellschaft. Es war der größte Auftrag in der Luftfahrtgeschichte des Landes. Die Chefs der Fluglinie und auch die Verantwortlichen des Mutterkonzerns Aerolíneas Argentinas meinte noch im September anlässlich der Übergabe der letzten Maschine in São Paulo, das sei «ein Moment des Stolzes». Und auch die Staatspräsidentin frohlockte. Doch inzwischen stehen mindestens fünf der fabrikneuen Flieger am Boden. Dies meldet die Zeitung Diario de Mendoza.

Die brasilianische Herstellerin Embraer offerierte Argentinien für Austral nun bereits weitere vier Maschinen für umgerechnet 500 Millionen Euro (600 Millionen Franken). Doch die Regierung wird das gute Angebot offenbar ablehnen, wie das Blatt weiter schreibt. Denn die anderen fünf Maschinen werden nicht benutzt, weil es für sie ganz einfach zuwenig Piloten gibt. Austral beschäftigt zwar rund 406 Flugkapitäne. Doch die sind vor allem auf McDonnell-Maschinen ausgebildet worden: MD-81, MD-83 uns MD-88. Sie genau sollten durch die weitaus moderneren Embraer abgelöst werden. Zur Umschulung müssten die Piloten Kurse in den USA, Europa und Brasilien absolvieren. Doch genau das wollen sie offenbar nicht tun, wie der Diario de Mendoza schreibt.

Streit um Strategie

Hinter der Weigerung steht auch eine Differenz in der Strategie. Die MD-83 sind zwar deutlich älter. Sie haben aber auch eine größere Passagier- und Frachtkapazität (150 Sitzplätze). Deshalb erachten viele Piloten die Embraer 190 mit ihren 114 Sitzplätzen als wenig geeignet für Austral. Daher wären die McDonnell-Flieger besser geeignet, um Routen nach Uruguay, Chile, Brasilien oder Peru zu übernehmen. Doch genau das will Die Austral-Spitze nicht. Sie will ihre Airline weiterhin als Inland-Fluglinie positionieren. 32 Destinationen fliegen Austral und ihre Mutter derzeit in Argentinien an.

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