De Havilland Canada stellt drei Möglichkeiten vor, um aus Passagier-Dash-8 solche für Fracht zu machen.

Drei Umbau-LösungenDash 8-400 lassen sich jetzt in Regionalfrachter umbauen

Der Flugzeugbauer präsentiert drei Varianten von Umbaufrachtern für die Dash 8. Die Modelle von De Havilland Canada werden zur Konkurrenz für ATR.

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Es war die schnelle Lösung in der Pandemie. Vor zwei Jahren präsentierte De Havilland Aircraft of Canada ein einfaches Paket, mit dem Fluggesellschaften ihre Dash 8 von der Version -100 bis -400 zu Frachtern umbauen konnten. Dabei werden die Sitze aus der Kabine entfernt. Die Fracht wird danach mit 17 Netzen in der Kabine gesichert.

Nach dem Umbau können die umgebauten Turbopropflugzeuge für den Pakettransport eingesetzt werden. De Havilland Canada nennt sie denn auch  Simplified Package Freighter. Die Nutzlast der Dash 8 SPF beträgt etwa 8,165 Tonnen oder 32,6 Kubikmeter.

Air Inuit preschte vor

Air Inuit reichte das jedoch nicht. Die kanadische Fluggesellschaft, die abgelegene Kommunen in der Provinz Québec anfliegt, machte sich vergangenen November daran, eine ihrer Dash-8-300 zusammen mit Rockwell Collins selbst mit einem großen Frachttor zu versehen. Man transportiere auch große Dinge wie Ausrüstungen für den Bergbau oder Schneemobile, begründete sie dem Skiesmag. Früher setzte Air Inuit dazu Hawker Siddeley HS 748 ein, doch die waren am Ende ihrer Lebensdauer angelangt.

Jetzt reagiert De Havilland Canada. Der Produzent bietet ab sofort selbst drei vollwertige Umbauvarianten der Dash 8-400 an, wie er am Montag (18. Juli) bekannt gab. Er tut dies nicht zuletzt, weil vom nicht mehr neu angebotenen Turbopropflieger weltweit noch viele unterwegs sind und ATR inzwischen mit der 2-600 F einen vollwertigen Frachter anbietet.

Eine Version für den schnellen Wechsel ...

«Da der Frachtmarkt weiter wächst, werden unsere Umrüstungslösungen den Gesamtwert der Dash 8-400 erhöhen und die ohnehin schon hohen Ertragskapazitäten erweitern», kommentiert Jean-Philippe Côté von De Havilland Canada. Die simpelste neue Lösung ist die Dash 8-400 QC. Die Abkürzung steht für Quick Change.

Dabei kann ein Betreiber das Flugzeug relativ schnell zwischen Passagier- und Frachttransport hin und her rüsten. Vier bis fünf Stunden brauche der Umbau, so De Havilland Canada.  Neue Rauchmelder sorgen dafür, dass dann keine Kabinenbesatzung mitgeführt werden muss.

... eine für Expressfracht und eine für Container

Die Dash 8-400 PF (für Package Freighter) ermöglicht den Transport von Fracht unterschiedlicher Größe in neun getrennte Ladezonen, die mit acht Spinnennetzen gesichert werden. Beladen wird auch sie hauptsächlich über die Gepäckraumtür hinten links, um schneller zu sein können aber auch die vier anderen Türen benutzt werden. Optional ist ein Frachtladesystem für Fracht auf Paletten erhältlich.

Die umfassendste Umbauvariante ist die, die De Havilland Freighter With Large Cargo Door oder Dash 8-400 F-LCD nennt. Über das 2,8 auf 1,8 Meter große Frachttor vorne rechts kann Fracht auf Paletten oder ULD-Containern (LD1, LD2, LD3 und LD4) transportiert werden. Dies ermögliche den schnellen Transfer  der Fracht von größeren Fliegern auf die Dash 8  für die regionale Feinverteilung. Zur schnellen Beladung ist ein Ladesystem vorhanden.

Gegenüber ATR durchaus konkurrenzfähig

Mit den Dash-8-Umbaufrachtern bringt De Havilland Canada eine konkurrenzfähige Lösung auf den Markt. Die zwei umfangreicheren Modelle PF und F-LCD schlagen die ATR 72-600 F in Sachen Reichweite und Nutzlast. Zudem sind Umbaufrachter günstiger als neue Modelle - aber im Betrieb mitunter teurer.

Erfahren Sie in der oben stehenden Bildergalerie mehr über die Leistungsdaten drei Dash-8-Umbaufrachter von De Havilland Canada.

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