Sitz von Korean Air: Die Stimmung ist gereizt.

Cho Yang-hoAufstand gegen Besitzerfamilie von Korean Air

Angestellte gehen zu Hunderten auf die Straße. Sie demonstrieren gegen den Machtmissbrauch der Besitzerfamilie. Der Patron von Korean Air reagiert mit einem symbolischen Schritt.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

«Weg mit Cho!» oder «Cho, sie sind gefeuert!» stand auf den Transparenten. Hunderte von Piloten, Flugbegleitern und Bodenmitarbeitern von Korean Air gingen kürzlich in Seoul auf die Straße und demonstrierten. «Wir wollen wie Menschen behandelt werden, nicht wie Sklaven», riefen sie im Chor. Sie forderten aber nicht mehr Lohn, bessere Arbeitszeiten oder mehr Urlaub. Der Protest richtete sich gegen die Besitzerfamilie.

Korean Air gehört der Hanjin Group. Sie ist wie viele Konzerne in Südkorea Teil eines Chaebol, also eines riesigen Geflechtes aus Unternehmen, die sich gegenseitig kontrollieren und einer Familie gehören. Hinter Hanjin stehen die Chos. Die Angestellten werfen dem Clan Machtmissbrauch vor. Solche Kritik hört man in Südkorea selten, weil die Chaebols überaus mächtig sind.

Nuss- und Wasser-Skandal

Die Wut über die Familie Cho ist in den vergangenen Jahren aber stetig gewachsen. Am Anfang stand der Nuss-Skandal. Tochter Cho Hyun-ah, die auch Heather Cho genannt wird, ließ 2014 einen Airbus A380 von Korean Air in New York zurück ans Gate fahren, weil er der Purser die Macadamia-Nüsse falsch serviert hatte. Zuvor aber beschimpfte sie den Mann, schlug ihn mit einem Dokumentenordner und ließ ihn niederknien. Das löste heftige Kritik aus. Die Frau musste ihr Amt bei Korean Air abgeben und wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, davon saß sie fünf Monate ab.

Im März war ein anderer Zwischenfall bekannt geworden. Tochter Cho Hyun-min, die auch Emily Cho genannt wird, soll bei einem Treffen mit einer Werbeagentur einem Angestellten ein Glas Wasser nachgeworfen haben. Auch sie musste danach von ihrem Posten bei Korean Air zurücktreten. Auch hier untersuchen die Behörden.

Rücktritt des Patrons

Um die Wogen weiter zu glätten, handelte nun auch Patron Cho Yang-ho, Vater der beiden renitenten Töchter und Sohn des Firmengründers. Er gab seinen Posten als Chef der Billigairline Jin Air ab. Man wolle so die «Verantwortlichkeit und Managementstruktur stärken», heißt es offiziell. Es geht aber vor allem auch darum, weiteren Schaden für die Gruppe abzuwenden.

In einer Petition fordern inzwischen bereits 60.000 Koreaner die Regierung au, Korean Air das Recht zur Benutzung des Wortes Korean im Namen zu streichen. Neben den beiden Fällen von Fehlverhalten der Töchter wurde inzwischen auch eine Untersuchung wegen Schmuggels und Steuerumgehung gegen die Familie eingeleitet.

Mehr zum Thema

Purser Park Chang-jin: «Totale Erniederigung.»

Purser musste niederknien

ticker-korean-air-neu

Korean Air und Delta weiten automatischen Gepäcktransfer in den USA aus

ticker-asiana

Vielflieger von Asiana Airlines genießen bis Ende 2026 Vorteile bei Star Alliance

ticker-korean-air-neu

Korean Air ermöglicht Vorbestellung von Mahlzeiten in der First Class nun auch bei Abflügen im Ausland

Video

Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies