Der Tower ist fertig, das Terminal ist offen: Der Flughafen Stepanakert hat noch nie ein Flugzeug gesehen.

Nagorni KarabachDer abtrünnige Flughafen

Seit Jahren wartet der frisch renovierte Flughafen Stepanakert auf Flüge. Doch seine Lage im abtrünnigen Nagorno Karabach behindert jeglichen Flugverkehr.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Schön geputzt steht er da. Ein Terminal, ein Tower, eine schöne Zufahrt, Parkplätze. Der Flughafen von Stepanakert, Hauptstadt der nicht anerkannten Republik Bergkarabach, ist seit drei Jahren fertiggestellt – aber hat noch kein einziges Flugzeug gesehen. Und das hat einen simplen Grund: Aserbaidschan droht jedes Flugzeug – auch wenn Zivilisten an Bord sind – abzuschießen, das auch nur in die Nähe des Airports kommt.

Seit fast 25 Jahren streiten sich Aserbaidschan und Armenien um die Region, die mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird, aber offiziell zu Aserbaidschan gehört. 1991 erklärte sich Bergkarabach für unabhängig, allerdings wird dies weder von den Vereinten Nationen noch dem Europarat anerkannt. Der neue Flughafen sollte eigentlich die Anbindung des Gebiets an die armenische Hauptstadt Eriwan sicherstellen, die nur 330 Kilometer von Stepanakert entfernt ist. Dazwischen liegt derzeit eine mehr als siebenstündige Autofahrt durchs Gebirge.

Einigung über Region nicht in Sicht

«Der Flughafen war für unsere Bürger gedacht, damit sie sich frei bewegen können», erklärt Ashot Ghoulian, Präsident des lokalen Parlaments gegenüber der belgischen Seite Le Vif L’Express. «Wir können nicht ewig auf den guten Willen der Aserbaidschaner warten. Wir könnten ja auch unseren Luftraum für sie sperren, aber wir wollen keine Spielchen treiben.» Es sei nur noch eine Frage von Wochen, bis endlich die ersten Flieger nach Stepanakert fliegen könnten.

Dafür müsste aber erst einmal der politische Konflikt gelöst werden. Und danach sieht es derzeit nicht aus: Erst letzten Monat traf sich Frankreichs Präsident François Hollande mit den Regierungschefs der Länder – die Verhandlungen endeten ohne echte Ergebnisse.

Mehr zum Thema

Mit 3850 Metern groß genug für alle gängigen Verkehrsflugzeuge.

5,2 Millionen Passagiere, ein Lost Place und eine argentinische Vision

Restbestände von European Atlantis und Armenian Atlantis: Am Boden.

Fünf Jahre auf der schwarzen Liste – und kein Ende in Sicht

Verkehrsströme: Der Dienst Radarbox zeigt die Flugbewegungen in der Region, hier am 28. November 2024 gegen 11:20 Uhr mitteleuropäische Zeit.

Die wichtigsten Nahost-Flugrouten und ihre Risiken

Flüge südlich von Russland, aber nördlich der Nahost-Region: Deutlich mehr.

Drei Länder bilden neuen Flugkorridor zwischen Europa und Asien

Video

Die Notrutsche wird abtransportiert: Verzögerungen beim Abflug der Boeing 767 von Austrian Airlines.
Eine versehentlich ausgelöste Notrutsche sorgte bei einer Boeing 767 von Austrian Airlines in Montreal für Verspätung. Die Rutsche musste ausgebaut und die betroffene Tür gesperrt werden. Dadurch durften statt 209 nur noch 141 Passagiere mit nach Wien fliegen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack