Boeing 757 und 767Armbanduhr kann im Cockpit für Probleme sorgen

Bei der Untersuchung des Absturzes von Amazon Air stießen die Ermittler auf einen ursächlichen Faktor. Pilotinnen und Piloten können in Boeing 757 und 767 einen Schalter versehentlich betätigen - besonders wenn sie eine Uhr tragen.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d) am Flughafen Mallorca

Mallorca
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Spanien
Top jobs
Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die beiden Piloten von Flug 5Y3591 umflogen einige Gewitterzellen, als sie am 23. Februar 2019 auf den Flughafen von Houston zusteuerten. Alles verlief ereignislos, bis wenige Minuten vor der Landung eine Verkettung von Fehlern eine Katastrophe auslöste. Die Boeing 767 von Atlas Air mit dem Kennzeichen N1217A, die im Auftrag von Amazon Air unterwegs gewesen war, stürzte am Ende in die Trinity Bay nahe der texanischen Kleinstadt Anahuac. Alle drei Menschen an Bord starben.

Im Landeanflug auf den George Bush Intercontinental Airport von Houston befand sich die Boeing 767 in tief hängenden Wolken. Das Flugzeug wurde durchgeschüttelt. In dieser Situation schaltete der Kopilot, der das Flugzeug steuerte, bei der Landevorbereitung versehentlich den Durchstartschalter ein, wie es im Zwischenbericht der amerikanischen Unfalluntersuchungsbehörde NTSB heißt.

Kopilot war desorientiert

Im Branchenjargon spricht man vom Go-Around-Schalter oder auch TO/GA-Schalter. Dabei handelt es sich um einen kleinen Knopf, der sich bei der Boeing 767 auf der Unterseite der Schubhebel befindet. Er bringt die Triebwerke bei einem Durchstartmanöver schnell und exakt auf die maximal erlaubte Leistung. Zugleich litt der Kopilot gemäß dem Bericht an räumlicher Desorientierung.

Wegen der Beschleunigung als Folge der Betätigung des Durchstartschalters und weil er nicht wusste, wo sich das Flugzeug befand, ging der Kopilot fälschlicherweise davon aus, dass ein Strömungsabriss drohte. «Strömungsabriss!», ist auf dem Cockpit-Stimmenrekorder zu hören. Er senkte die Nase nach unten. Die Folge der Reaktionen darauf war ein Sturzflug.

Verschiedene Szenarien getestet

Die versehentliche Betätigung des Durchstartschalters beschäftigte die Ermittler des NTSB. Sie stellten die Szene mehrmals im Flugsimulator nach.  Man habe gesehen, «dass die linke Hand und das linke Handgelenk des Kopiloten unter den Schubhebeln und in der Nähe des linken Go-around-Schalters sein konnten», wenn er den Hebel zur Betätigung der Luftbremse festhalte.

Hebel für Luftbremse (speed brake), Durchstarten (Go-around switch) und Schubhebel (thrust lever): Bild: NTSB

«Die Szenarien zeigten, dass, wenn er eine Uhr am linken Handgelenk trug, dies zu einem geringeren Abstand unter dem Go-around-Schalter führen konnte». Der Kopilot von Flug 5Y3591 hatte eine Armbanduhr getragen. Auf diese Erkenntnisse der Unfallermittler reagiert die Luftfahrtbehörde der USA nun mit einem Sicherheitshinweis, wie zuerst die Seattle Times berichtete.

Luftfahrtbehörde mahnt Betreiber

Die versehentliche Aktivierung des Go-around-Modus bei Boeing 757 und 767 sei zwar ein seltenes Ereignis. Dies zeigten die vorliegenden Daten, so die Federal Aviation Administration FAA im Schreiben. Die beiden Flugzeugmodelle besitzen ein nahezu identisches Cockpit.

Dennoch erinnere man Cockpitpersonal, Betreiber und Schulungsanbieter daran, dass ein auf dem rechten Sitz sitzender Pilot versehentlich den Go-around-Modus aktivieren könne, wenn er den Hebel der Luftbremse betätige oder halte. Dasselbe könne auch einer auf dem linken Sitz sitzenden Pilotin passieren, wenn sie den Klappenhebel betätige. Eine ordnungsgemäße Gegenkontrolle der Instrumente könnte dazu beitragen, dass solche unbeabsichtigten Vorfälle nicht zum Problem führten, so die FAA.

Den Bericht des NTSB, der bereits auf die Problematik hinwies, können Sie hier herunterladen.

Mehr zum Thema

Crew der Boeing 767 wollte schlechtes Wetter umfliegen

Crew der Boeing 767 wollte schlechtes Wetter umfliegen

Unfallermittler am Absturzort der Boeing 767 von Amazon Air: Das Flugzeug ging plötzlich in des Sturzflug über.

Pilot von Atlas Air verheimlichte schlechte Leistungen

ticker-boeing-1

Boeing liefert im März weniger Flugzeuge aus

boeing 787 air new zealand imtow

Boeing 787-9 und -10 haben jetzt mehr Reichweite - und das ist für Boeing eine doppelt gute Nachricht

Video

Saab Global Eye: Basis ist eine Bombardier Global 6000/6500.
Wie kann eine rohstoffreiche und strategisch immer wichtigere Region wie die Arktis überwacht und im Ernstfall verteidigt werden, angesichts klirrender Kälte und riesiger Ausdehnung? Hersteller wie Boeing, IAI und Northrop Grumman buhlen mit ihren Systemen um Kunden. Ihr härtester Konkurrent kommt aber aus Europa: Saab GlobalEye.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Die Boeing 757 von Icelandair: Heikler Tiefflug.
Nach 40 Jahren geht er in Rente. Auf seinem letzten Flug von Frankfurt nach Keflavik wollte der Kapitän einer Boeing 757 etwas Besonderes machen und flog in sehr niedriger Höhe über seine Heimat hinweg. Icelandair ist verärgert und hat die Behörden eingeschaltet.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
etihad airways manchester city
Die Golfairline sponsort den englischen Fußballpokalwettbewerb FA Cup. Emirates ist dadurch auch auf den Trikots präsent. Doch es gibt eine Ausnahme.
Timo Nowack
Timo Nowack