Piloten: Ein wenig Glamour, viel Stress.

Dienstplan-AppApp hilft Crews Freundschaften zu erhalten

Unregelmäßige Arbeitszeiten machen es für Angestellte von Airlines schwierig, das Sozialleben aufrecht zu erhalten. Zwei Lufthansa-Piloten haben darum eine App entworfen, die helfen soll.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

«Sehen wir uns nach der Arbeit schnell zum Bier?» Was für viele Menschen ein ganz normales Unterfangen ist, wird für Piloten und Flugbegleiter zur fast unlösbaren Aufgabe. Denn der Feierabend beginnt bei ihnen nicht um 17 Uhr. Zudem verschiebt er sich immer wieder, sei es durch Pannen oder Verspätungen. Und schon platzt die getroffene Abmachung.

Darunter leiden Freundschaften. «Bei mir ging deswegen noch keine in die Brüche. Aber der Kontakt wurde seltener und schwieriger», sagt Lufthansa-Pilot Michael Porr. Das schwierigste sei, dass man von Freunden kaum mehr für Treffen angefragt werde. «Es wurde alles zur Holschuld». Zusammen mit seinem Arbeitskollegen Andreas Niedermann hatte Porr deshalb vor zwei Jahren auf einem USA-Urlaub eine Idee, wie man das Problem lindern könnte. Sie machten sich gleich an die Umsetzung.

Viel Herzblut in der App

Die beiden Lufthansa-Piloten zeichneten erste Skizzen einer App, die Kabinenbesatzungsmitglieder helfen soll, Freundschaften pflegen zu können. «Unsere App stellt den Dienstplan übersichtlich auf dem Handy dar. Man muss keine Kürzel kennen, keine Zeiten umrechnen und hat den Plan immer dabei. Ein Vergleich des eigenen Planes mit denen der Kollegen ist dadurch leicht und das erst noch airlineübergreifend», erklärt Porr. Auch Familienmitglieder und Freunde könnten so erfahren, wann man gerade wo sei.

In Follow Me steckt viel Herzblut. Die beiden jungen Piloten programmieren die App zwar nicht selbst. «Dieses Projekt ist zu groß, um das selber zu machen», so Porr. Aber schon mit den ganzen Programmiervorgaben, Versionen testen, Fehlern erfassen und so weiter sei fast die ganze Freizeit draufgegangen. «Nun kommt zusätzlich der ganze Support hinzu, der je nach Tag durchaus einem 50-Prozent-Pensum entsprechen kann», sagt der Pilot.

Viele Airlines machen mit

Inzwischen ist die Gratis-App Follow Me ein großer Erfolg. Sie deckt praktisch alle Fluggesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab: Air Berlin, Austrian Airlines, Condor (eingeschränkt), Darwin/Etihad Regional, Eurowings,  Germania, Germanwings, Lufthansa, Lufthansa Cityline, Lufthansa Cargo, Niki, Swiss und Tuifly (eingeschränkt). Airlines bedanken sich teilweise denn auch bereits bei den beiden Machern. «Austrian Airlines sieht es als gute Dienstleistung für ihre Crewmitglieder, die auch die Arbeitszufriedenheit erhöhen kann. Darum legt AUA jetzt auch jedem neuen Mitarbeiter ein Flugblatt der App ins Postfach», freut sich Porr.

Doch Porr und Niedermann wollen mehr. «Viele Freundschaften sind airlineübergreifend. Darum wollen wir unbedingt weitere Fluggesellschaften an Bord holen, damit dieser Effekt richtig greift» so Porr.

Die App blank"">Follow Me können Sie hier via iTunes für iPhones

Mehr zum Thema

Cockpitpersonal bei der Arbeit: Wo verdient man in Europa am meisten?

So viel verdienen Pilotinnen und Piloten in Europa

ticker-usa

Druck auf Donald Trump steigt, das Rentenalter für Pilotinnen und Piloten auf 67 Jahre zu erhöhen

Cockpit in der Nacht: Wie sind Pilotinnen und Piloten angestellt?

Ein Urteil mit Folgen: Scheinselbstständigkeit bringt Luftfahrt in Bedrängnis

Helvetic Airways Bern-Monastir-27

Was Pilotinnen und Piloten beim Anflug auf Bern alles beachten müssen

Video

Airbus A380 von Lufthansa: Die D-AIMH wird noch bis Anfang Juni in. Dresden umgebaut.
Noch hängen Kabel aus der Kabine und manche Fußablagen fehlen. Doch der Umbau der Airbus A380 von Lufthansa bei EFW in Dresden zeigt bereits, wie die modernisierte Business Class aussehen wird. Der Zeitplan ist straff – und die Logistik kompliziert.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Moment vor dem Absturz: Die Cessna kollidiert mit dem Gleitschirm.
Eine Paragliderin überlebt mit Glück den Zusammenstoß mit einer Cessna. Der Unfall wirft Fragen auf: Wer muss wem ausweichen? Und warum sehen sich Motorpiloten und Gleitschirmpiloten im selben Luftraum oft erst im letzten Moment?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ramy RC vor seinem Lufthansa-Airbus-A380: Ganz schön groß.
Ein Airbus A380 als Modellflugzeug klingt spektakulär – doch das von Ramy RC sprengt selbst in der Modellbauwelt die Dimensionen. Der Nachbau des Lufthansa-Superjumbos mit Speziallackierung ist fast neun Meter lang und kann tatsächlich fliegen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin