Prag und Bratislava liegen nur etwa 300 Kilometer voneinander entfernt, doch sie verbindet eine lange Geschichte. Unter den Habsburgern und später in der k.u.k. Monarchie gehörten beide Städte zum gleichen Reich. Von 1918 bis 1992 waren sie Teil der Tschechoslowakei. Heute ist Prag die Hauptstadt Tschechiens und Bratislava die Hauptstadt der Slowakei. Verbunden sind beide Städte nur durch den Zug oder den Bus. Flüge gibt es seit 2019 nicht mehr.
CSA war die letzte Airline, die die Strecke anbot, und begründete die Einstellung mit der Ausmusterung ihrer ATR 42. Düsenflugzeuge seien auf dieser kurzen Distanz wirtschaftlich nicht rentabel. Nun prüfen die tschechischen und slowakischen Verkehrsministerien die Möglichkeiten zur Wiederaufnahme der Verbindung. «Alles, was die Mobilität der Bevölkerung des einen oder anderen Landes erhöht, ist sinnvoll», sagte der tschechische Verkehrsminister laut dem Portal Zdopravy.
Wizz Air fliegt subventioniert innerslowakisch
Im ersten Schritt wollen die Ministerien mit Airlines sprechen, ob sich für diese die Aufnahme der Verbindung kommerziell rechnet. Sollte das nicht funktionieren, kann sich die slowakische Seite auch vorstellen, die Strecke als PSO-Verbindung zu deklarieren. PSO steht für Public Service Obligation, auf Deutsch Gemeinwohlverpflichtung. In der EU darf der Staat solche Strecken dann subventionieren, wie es bei der slowakischen Inlandsstrecke Bratislava–Košice der Fall ist, die aktuell von Wizz Air als PSO-Strecke bedient wird.