Eine Boeing 737-800 der Aeroitalia: Die junge Fluggesellschaft kämpft um PSO-Flüge.

Volotea Erbitterter Kampf um subventionierte Flüge ab Sardinien

Bestimmte Strecken ab Sardinien subventioniert die Regierung. Doch offenbar sind die Routen gar nicht so unbeliebt. Zwei Airlines liefern sich nun einen Schlagabtausch.

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Nicht alle Flüge lohnen sich wirtschaftlich für Fluggesellschaften. Ziele, die anders schwer erreichbar sind, werfen nicht zwingend genug Umsatz ab, um Flüge profitabel zu betreiben. In ganz Europa gibt es Dutzende solcher Routen. Damit die Orte nicht von der Außenwelt abgeschnitten werden, hat die EU eine Regelung erlassen.

Regierungen können gemäß Flugverbindungen festlegen, die «für die wirtschaftliche Entwicklung der Region, die sie bedienen, von entscheidender Bedeutung» sind. Dabei handelt es sich um sogenannte PSO-Flüge (Public Service Obligation, auf Deutsch Gemeinwohlverpflichtung). Mit den Subventionen wird der Verlust ausgeglichen, den Airlines einfliegen, weil sie die Verbindung aufrechterhalten. 

Italien gegen Spanien

Für Airlines können sich die Flüge aber auch lohnen. Einige sind sogar auf PSO-Flüge spezialisiert, wie etwa die estnische Nordica. Und in Italien ist eine Route jetzt hart umkämpft. Dort vergibt die Regierung gerade die Streckenrechte für die Verbindungen von Olbia nach Mailand-Linate und Rom-Fiumicino bis Ende Oktober 2024 neu. In Italien nennt sich dieses Prinzip territoriale Kontinuität. Die Inseln sollen zu - für die Einheimischen - vertretbaren Preisen mit dem Festland verbunden werden.

Den Kampf um diese subventionierten Streckenrechte führen zwei Airlines mit harten Bandagen. Aeroitalia, eine junge italienische Airline, wird von der spanischen Fluggesellschaft Volotea herausgefordert. Eigentlich stand Aeroitalia kurz davor, von der sardischen Regionalregierung den Zuschlag für die Strecken zu erhalten. Die Italiener wollten einen Subventionsanteil von 75 Prozent für die Flüge.

Volotea fliegt auch ohne Subventionen

Dann kündigte Volotea an, die Strecken auch bedienen zu wollen, aber zu deutlich geringeren Kosten. Die spanische Airline ist kein Unbekannten auf Sardinien. In der Vergangenheit führte die Airline bereits Flüge der territorialen Kontinuität durch. Volotea hatte sich auch um die Routen Cagliari-Rom und Cagliari-Mailand bemüht, erhielt aber den Zuschlag nicht.

Volotea erklärte, man wolle für die Verbindung Olbia-Mailland nur 13 Prozent der Kosten erstattet haben. Damit nicht genug: die Strecke nach Rom würde die Airline sogar unsubventioniert bedienen. Möglich, dass die Strecke auch aufgrund des Tourismus auf Sardinien nicht so umprofitabel ist wie andere subventionierte Routen.

Aeroitalia droht mit rechtlichen Schritten

Aeroitalia geriet unter Zugzwang. Man werde die Verbindung nach Rom ebenfalls unsubventioniert fliegen, so die Italiener. Gleichzeitig drohten sie aber auch, den Vorschlag von Volotea vor dem regionalen Verwaltungsgericht TAR anzufechten, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Zusätzlich will Aeroitalia die italienische Zivilluftfahrtbehörde Enac einschalten, schreibt die Zeitung Il Sole 24 Ore.

Volotea erklärt, dass man sich weiter um die Verbindungen bemühen werde. Das spanische Unternehmen ist nun entschlossen, seine Entwicklungspläne fortzusetzen, so Carlos Munoz, Präsident und Gründer von Volotea.

Ausgang unklar

Nachgegeben hat bislang keine Airline. Beide halten ihre Angebote aufrecht, bis die Regionalregierung die endgültige Entscheidung darüber trifft, wer die Flüge durchführen wird. Viel Zeit hat die Regierung nicht mehr, bis zum 31. Januar muss sie eine Entscheidung getroffen haben.

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