United Airlines: Chef Scott Kirby will sich mit American Airlines zusammentun.

KonsolidierungWie United-Chef Scott Kirby für eine Fusion mit American wirbt - und bei wem er damit abblitzt

United-Airlines-Chef Scott Kirby hat eine alte Debatte neu entfacht. Er hält einen Zusammenschluss von United und American Airlines weiterhin für eine gute Idee – auch wenn er selbst kaum noch an eine Umsetzung glaubt. Schuld daran sei vor allem eine Gruppe, die bei dem Deal nicht mitziehen würde.

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Die Idee lässt ihn offenbar nicht los. Obwohl er selbst kaum noch an eine Umsetzung glaubt, hält United-Airlines-Chef Scott Kirby eine Fusion von United und American Airlines weiterhin für sinnvoll. Bei einem Mediengespräch am Rande der Generalversammlung des Airline-Dachverbands Iata in Rio erklärte Kirby, warum er für solch einen Zusammenschluss wirbt.

«Das wäre gut für die Verbraucher», sagte Kirby. Das sei für ihn der zentrale Punkt. United Airlines habe in den vergangenen zehn Jahren konsequent daran gearbeitet, eine Fluggesellschaft aufzubauen, die die Kunden lieben und der sie treu bleiben würden. Eine Fusion mit American würde dieses Ziel weiter unterstützen, so der United-Airlines-Chef.

American-Airlines-Management möchte keine Fusion

Allerdings sehen seine Kollegen bei American Airlines das anders, wie Kirby auch selbst weiß. Damit eine Fusion zustande komme, müssten fünf Gruppen dahinterstehen: Aktionäre, Gewerkschaften, Kunden, Regulierungsbehörden und das Management der beteiligten Airlines. «Vier von fünf könnten wir bekommen», so Kirby. Das Problem sei das Management von American. Ohne dessen Unterstützung werde es keinen Zusammenschluss geben.

Derweil ist er durchaus optimistisch, was die Genehmigung von Fusionen großer US- Netzwerkairlines angeht. «Die entscheidende Frage des Kartellrechts ist doch: Was ist gut für die Verbraucher?», sagte Kirby. Viele Kunden von American würden ihm direkt sagen, dass sie einen Zusammenschluss mit United begrüßen würden. Die Branche müsse weg von der Sichtweise, Luftverkehr sei ein austauschbares Produkt, bei dem allein der Preis zähle.

United-Airlines-Chef Kirby will den großen Wurf

Trotzdem dämpft Kirby die Erwartungen an eine neue Konsolidierungswelle in den USA. Viele Beobachter sprächen gerne über Übernahmen und Fusionen, tatsächlich seien solche Transaktionen aber extrem kompliziert, erklärte der Airline-Chef. Er selbst war an mehreren der größten Zusammenschlüsse der amerikanischen Luftfahrt beteiligt – von America West und US Airways über die Entstehung von United Continental bis hin zu American Airlines. Seine Lehre daraus: «Es ist schwierig.» Man dürfe keine Deals abschließen, nur um einen Deal zu machen. Entscheidend sei, dass sie wirtschaftlich Sinn ergäben.

Auch deshalb erwartet Kirby kurzfristig keine große Konsolidierungsrunde. Möglichkeiten gebe es zwar. Doch viele der derzeit diskutierten Szenarien seien deutlich komplizierter, als sie auf den ersten Blick wirkten. Für United Airlines jedenfalls scheint klar: Wenn überhaupt, dann käme für Kirby nur ein wirklich großer Wurf infrage.

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