Farzaneh Shrafbafi: Neue Chefin von Iran Air.

Farzaneh ShrafbafiWer ist die neue Chefin von Iran Air?

Farzaneh Shrafbafi lenkt künftig Iran Airs Geschicke. Die 44-Jährige war die erste Luftfahrtingenieurin ihres Landes und kämpfte gegen viele Widrigkeiten.

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Frauen sind in der Luftfahrt alltäglich. Sie bedienen Passagiere an Bord, checken sie ein, sie besänftigen Kunden im Callcenter, reparieren Flugzeuge und sie steuern sie zum Glück immer öfter auch an. Doch an einem Ort sind sie noch kaum anzutreffen. Die Chefposten der Fluggesellschaften bleiben fest in Männerhand. Eine Untersuchung von 2014 kam auf einen Frauenanteil von gerade mal fünf Prozent. Auch im Westen.

Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet Iran Air nun eine Frau zur Chefin ernannt hat. Die 44-jährige Farzaneh Shrafbafilenkt künftig die Geschicke der Nationalairline, für die sie schon länger als Ausbildungschefin tätig ist. Die erste Luftfahrtingenieurin des Landes übernimmt den Job von Farhad Parwaresh, der zur Internationalen Zivilluftfahrtorganisation Icao wechselt.

Doktortitel und mehrere Jobs

Ihr Aufgabe bei Iran Air war bislang nicht Shrafbafis einziger Job. Sie leitete auch die Ausbildung bei der Iranischen Ziviluftfahrtbehörde, amtete als Expertin bei Streitigkeiten zwischen Fluglinien und war daneben Dozentin an der Amir Kabir University of Technology und der Shahid Sattari University of Aeronautical Engineering.

Schon früh zog es die Frau mit Doktortitel zur Technik hin. «Ich konnte alle Geräte zu Hause reparieren», erzählte Shrafbafi einmal dem Wochenmagazin Zan-e Rooz. Ihre Familie habe sie dabei immer unterstützt. Bald habe man sie auch «die Ingenieurin» genannt. Ihr Vater war Physikprofessor und förderte das Interesse der Tochter an den Wissenschaften umso mehr.

Geburt vor dem Doktorstudium

Als Studentin der Luftfahrtechnik hatte sie es anfänglich allerdings nicht einfach. Eine Frau war in dieser Disziplin ein ungewohntes Bild. Zudem wurde Shrafbafi während des Studiums Mutter. Aber sie machte weiter.

Als sie ihr Doktorstudium begann, war sie erneut schwanger und erwartete ihr zweites Kind. «An meinem ersten Tag kam ich zu spät», erzählte sie Zan-e Rooz. Der Professor habe sie dann gefragt, weshalb sie nicht pünktlich eingetroffen sei. «Ich habe eben ein Kind zur Welt gebracht», so Shrafbafi zum verdutzten Professor.

Gedichte und Romane

Ihre Dissertation machte sie über Ermüdungsbrüche bei Flugzeugteilen. Doch Shrafbafis Welt ist nicht nur die Technik. Nebenher schreibt sie Romane und Gedichte.

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