Donald Trump: Vom Clown zum Präsidenten.

Nach der US-WahlWas Präsident Trump für Airlines bedeutet

Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Für die Fluggesellschaften der Welt bedeutet das eine lange Zeit der Unsicherheit. Es gibt fast nur Verlierer.

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Noch reiben sich viele die Augen. Der nächste Präsident der USA heißt Donald Trump. Damit übernimmt ein Mann die Kontrolle über das mächtigste Land und die größte Volkswirtschaft der Welt, der im Wahlkampf mit derber Rhetorik für Aufsehen und immer wieder auch für Bestürzung gesorgt hat und dessen Wirtschaftsprogramm – nett gesagt – wenig kohärent ist. Was bedeutet das für die Luftfahrtbranche?

Ob Trump im Amt wirklich so handeln wird, wie er es im Wahlkampf ankündigte, muss sich noch zeigen. Doch die Richtung ist klar: Der Mann mit der gelben Mähne steht für mehr Abschottung. Und das ist für die Luftfahrt nie gut. So müssen sich wohl alle Fluggesellschaften und Flughäfen zumindest vorübergehend auf sinkende Passagierzahlen in Richtung dervUSA einrichten. Die ausländerfeindlichen Sprüche von Trump werden viele eine Weile davon abhalten, Urlaub im Land zu machen.

Angst vor dem Trump-Effekt

Es gebe viele Dinge, welche gerade negativ auf die Besucherzahlen einwirkten, sagte kürzlich der Chef des Tourismusverbandes von St. Petersburg/Clearwater der Zeitung Tampa Bay Times. Und er fuhr fort: «Am meisten macht uns ein Trump-Effekt Sorgen.» Dabei hatte die Branche gerade einen Lauf: Dank schwachem Dollar reisten letztes Jahr mit 75 Millionen so viele Menschen in die USA wie noch nie. Besonders Reisende aus arabischen Ländern werden künftig deutlich zurückhaltender sein, da sich der Milliardär mehrmals abschätzig gegenüber Muslimen geäußert hat.

Noch tiefer könnten die Einschnitte sein, wenn Trump striktere Kontrollen an der Grenze einführt. Wieder längere Schlangen bei der Einreise an Flughäfen oder explizite Sperrung vieler Besucher aus Staaten mit muslimischer Bevölkerung wären fatal. Das zeigte sich in den Jahren nach 2001, als die Zahl der Ankünfte in den USA auch wegen der massiv verschärften Formalitäten nachhaltig zurückging.

Konjunktur dürfte erlahmen

In umgekehrter Richtung – also Reisen von den USA in andere Weltgegenden – dürfte sich ein ähnlicher Effekt einstellen. Die britische Vermögensverwaltungsbank Schroders erwartet von Trumps Politik etwa höhere Zölle und Löhne, weil weniger ausländische Arbeitskräfte ins Land strömen. «Die Folge davon wäre sehr wahrscheinlich Stagflation, tieferes Wachstum und höhere Inflation», so die Ökonomen. Und wenn die Wirtschaft schwächer ist, wird gemeinhin weniger gereist.

Diese Entwicklungen würden nicht nur die Verkäufe von Economy-Tickets treffen. Die Business-Class-Buchungen könnten umso stärker leiden, wenn Trump wie angekündigt tatsächlich eine Anti-Freihandels-Politik durchzieht. Dadurch würden die Zahl der Geschäftsreisen und zugleich die Frachtmenge abnehmen.

Emirates und Norwegian unzufrieden

Besonders wenig Freude am Wahlausgang haben sicherlich die Golfairlines und neue Anbieter wie Norwegian. Die Regierung von Barack Obama setzte sich immer für offene Märkte ein. Unter Trump dürfte das anders werden. Der Ruf der US-Airlines nach einer strikten Regulierung des Zugangs für Emirates, Etihad und Qatar wird wohl erhört. Auch die von Norwegian gesuchte Lizenz für USA-Flüge durch ihre neue irische Tochter Norwegian Air International bekommt nun stärkeren Gegenwind, nachdem die alte Regierung ihr grundsätzlich grünes Licht gegeben hatte.

Die Fluglinien der USA profitieren also - aber nur kurzfristig. Sie halten sich vorübergehend Konkurrenz vom Leib. Sie leiden aber genauso unter allen anderen negativen Effekten. Vielleicht erweist sich Trump ja aber auch als einer, der seine Versprechen nicht einhält. Und das wäre ausnahmsweise wirklich gut.

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