Ein internationaler Flughafen als politisches Statement: Das Repräsentantenhaus von Florida hat am Dienstag (17. Februar) dafür gestimmt, den Palm Beach International Airport umzubenennen - zu Ehren von Donald J. Trump. Sollte auch der Senat des Bundessaates zustimmen und Gouverneur Ron De Santis das Gesetz unterzeichnen, bekäme einer der wichtigen Flughäfenim Süden Floridas einen neuen Namen, verbunden mit erheblichen Kosten und offenen Fragen.
Der Palm Beach International Airport fertigt internationale und nationale Verbindungen ab und ist ein wichtiger Baustein der Infrastruktur in einer Region, die stark vom Tourismus und wohlhabenden Zweitwohnsitzen geprägt ist. Er ist einer von drei Großflughäfen in der Metropolregion Miami.
Umbenennung des Flughafens Palm Beach kostet Millionen
Die Umbenennung würde nach Angaben der zuständigen Flughafenbehörde aber rund 5,5 Millionen Dollar kosten. Darin enthalten sind neue Kosten für Beschilderungen auf dem gesamten Gelände, Anpassungen technischer Systeme, Austausch von Uniformen, Verbrauchsmaterialien sowie Marketing- und Werbemittel. Finanziert werden soll das aus Einnahmen des Flughafens, sofern das Parlament keine gesonderten Mittel bereitstellt. Auch Fördergelder könnten beantragt werden.
Befürworter im republikanisch dominierten Parlament argumentieren, Trump sei der erste Präsident aus Florida und habe Palm Beach international sichtbar gemacht. Kritikerinnen und Kritiker hingegen sehen die Umbenennung einer öffentlichen Verkehrsinfrastruktur als politisch motiviert und verweisen auf die kontroverse Bilanz des ehemaligen Präsidenten, sowie auf die Tatsache, dass er verurteilter Sexualstraftäter ist.
Familie Trump sicherte sich die Markenrechte
Besondere Aufmerksamkeit erregt ein weiterer Aspekt: Ein Unternehmen der Trump-Familie hat Berichten zufolge drei Anträge beim US-Patent- und Markenamt eingereicht, um den Namen Trump als Marke für einen Flughafen zu sichern.
Zwar enthält der Gesetzentwurf Formulierungen, wonach aus der Umbenennung keine finanziellen Ansprüche entstehen sollen. Dennoch sorgt die Markenfrage für Diskussionen. Denn grundsätzlich könnten geschützte Namensrechte die Zahlung von Tantiemen zur Folge haben. Eine republikanische Abgeordnete erklärte allerdings, die Trump-Familie fühle sich geehrt und werde auf entsprechende Markenrechte verzichten.
Gouverneur von Florida ist Kritiker von Donald Trump
Die Vorlage hat im Senat bereits die zuständigen Ausschüsse passiert. Sollte sie dort ebenfalls verabschiedet werden, entscheidet der republikanische Gouverneur DeSantis. Und der hat sich in den vergangenen Jahren auch als Kritiker von Donald Trump einen Namen gemacht.
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