US-Heimatschutzministerin Kristi Noem mit ICE-Agenten: Es soll eine eigene Airline geben.

ICE AirRegierung der USA kauft sechs Boeing 737 für Abschiebeflüge

Die Vereinigten Staaten stellen ihre Abschiebeflüge neu auf. Bisher setzte das Ministerium für Innere Sicherheit auf Wet-Lease-Jets. Nun schafft es sich eigene Boeing 737 an.

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Die United States Immigration and Customs Enforcement ICE hat seit Donald Trump Amtsantritt im Januar so viel Aufmerksamkeit erhalten wie nie zuvor. Täglich tauchen neue Videos auf, in denen die Mitarbeitenden der Behörde in Zivil Menschen auf offener Straße festnehmen, auch diverse illegale Abschiebungen sind bereits passiert. Die spektakuläre Festnahme von 300 koreanischen Arbeiterinnen und Arbeitern in einer Hyundai-Fabrik hatte zuletzt sogar diplomatische Spannungen zwischen den USA und Südkorea ausgelöst.

Die Abschiebungen der von ICE festgenommenen Menschen erfolgen über in großen Teilen per Flugzeug. Bislang führt die Behörde des Ministeriums für Innere Sicherheit Deportationen überwiegend mit gecharterten Flugzeugen durch. Anbieter sind unter anderem Avelo, Eastern Air Express, GlobalX, Omni Air International und World Atlantic Airlines. Rund 15.000 Menschen schieben die USA monatlich ab.

Boeing 737 sollen bei Abschiebungen helfen

Die Regierung will die Kapazitäten allerdings ausbauen, um die Zahl der Rückführungen deutlich zu erhöhen. Dafür hat sie nun eigene Flugzeuge gekauft, berichtet die Zeitung Washington Post. Das Ministerium für Innere Sicherheit hat einen Vertrag über rund 140 Millionen Dollar abgeschlossen, um sechs Boeing 737 zu erwerben.

Die Flugzeuge sollen künftig für Abschiebungen eingesetzt werden und erstmals eine eigene Flotte für ICE schaffen. Das Geld stammt aus einem umfangreichen Budgetpaket des Kongresses, das der Regierung zusätzliche Mittel für die Umsetzung der Einwanderungspolitik bereitstellt. Das Ministerium argumentiert, eine eigene Flotte sei günstiger als der Einsatz von Charterairlines.

Ministerium baut sich eine kleine Airline auf

Rund 25.000 Dollar pro Flugstunde, bis zu 200.000 Dollar pro Einsatz kostet es bislang. Eine eigene Flotte könne langfristig Geld sparen, argumentiert das Ministerium. Ehemalige Behördenverantwortliche warnen allerdings, dass der Betrieb eigener Flugzeuge aufwändig und teuer ist, weil Wartung, Crews und die Einhaltung von FAA-Vorgaben dann beim Staat selbst liegen.

Denn immerhin baut sich das Ministerium mit den sechs Boeing 737 eine eigene kleine Airline auf. Und das passiert in der Regel nicht über Nacht. Zum Vergleich: German Airways ist mit acht Flugzeugen unterwegs - und entstand über viele Jahrzehnte.

Ministerium baut sich kleine Airline auf

Wie genau der Betrieb der Flugzeuge erfolgen soll, ist noch nicht bekannt. Der Kauf der Boeing 737 erfolgt über Daedalus Aviation, ein Unternehmen, dessen Führungskräfte ebenfalls in einem weiteren, knapp eine Milliarde Dollar schweren Vertrag mit der Regierung zur Unterstützung freiwilliger Ausreisen eingebunden sind.

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