Flugzeug von Tap: Klamme Airline, hohe Abfindungen.

Verborgene AbfindungTap-Skandal erschüttert Portugal

Eine Managerin verließ die portugiesische Airline mit einem goldenen Handschlag - und wechselte dann in gut bezahlte staatliche Stellen. Jetzt untersucht der Rechnungshof die Vorgänge bei Tap.

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Im Herbst 2017 begann Alexandra Reis für Tap zu arbeiten. Mehr als drei Jahre war sie Leiterin des Bereichs Einkauf und Beschaffung bei der portugiesischen Airline. Danach zog die Managerin in den Vorstand des Unternehmens ein, zuständig für verschiedene Bereiche, unter anderem Finanzen, Personal und Digitalisierung. Im Februar 2022 verließ sie Tap wieder.

Dass sich anschließend von März bis Juni eine Lücke in Reis' Lebenslauf auftat, schadete ihrer Karriere keineswegs. Im Juli wurde sie Chefin der staatlichen Flugsicherung Nav Portugal. Und im Dezember wechselte sie als Staatssekretärin ins portugiesische Finanzministerium. Doch dann holte ihre Vergangenheit die Frau ein.

Tap überlebte nur dank Milliarden vom Staat

Kurz nach ihrem Wechsel in die Verwaltung deckte die Zeitung Correio da Manhã auf, dass Reis für ihren Abgang bei Tap eine Abfindung in Höhe von 500.000 Euro erhalten hatte. Denn ihr Vertrag hätte noch für zwei weitere Jahre gegolten. Allein die Summe sorgte für Aufregung.

Denn die mittlerweile staatlich kontrollierte Fluggesellschaft musste in der Corona-Krise mit Milliarden Euro vom Staat gerettet werden, trennte sich von Angestellten und schrumpfte die Flotte. Schwarze Zahlen schreibt sie noch lange nicht wieder. Und das Kabinenpersonal streikt für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

Reis wollte fast 1,5 Millionen Euro

Als die Information über die Abfindung einmal bekannt war, wurden weitere Details publik. So etwa, dass Reis eigentlich eine Abfindung von 1,48 Millionen Euro verlangt hatte. Dass Taps Mitteilung im Februar 2022 so formuliert war, als würde die Managerin aus freien Stücken gehen (und demnach keinen Anspruch auf Abfindung haben), aber in Wahrheit die Fluglinie sie loswerden wollte und daher mit ihr in die Abfindungsverhandlungen einstieg. Und dass die 500.000 Euro vom Staatssekretär des Infrastrukturministeriums bewilligt wurden.

Die Folgen waren und sind immens: Reis musste ihr neues Amt im Finanzministerium niederlegen. Infrastrukturminister Pedro Nuno Santos und sein Staatssekretär traten zurück. Und damit ist die Sache noch längst nicht ausgestanden.

Rechnungshof schaut sich Tap genau an

Diese Woche wurde Tap-Chefin Christine Ourmières-Widener in der Angelegenheit von einem Ausschuss des Parlamentes befragt. Außerdem nimmt der Rechnungshof Tap in dieser Sache genau unter die Lupe. Die Opposition kritisiert außerdem heftig die Anstellungspraxis bei Nav Portugal und in den Ministerien der sozialistischen Regierung.

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