Flugzeug von Tap: Klamme Airline, hohe Abfindungen.

Verborgene AbfindungTap-Skandal erschüttert Portugal

Eine Managerin verließ die portugiesische Airline mit einem goldenen Handschlag - und wechselte dann in gut bezahlte staatliche Stellen. Jetzt untersucht der Rechnungshof die Vorgänge bei Tap.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Im Herbst 2017 begann Alexandra Reis für Tap zu arbeiten. Mehr als drei Jahre war sie Leiterin des Bereichs Einkauf und Beschaffung bei der portugiesischen Airline. Danach zog die Managerin in den Vorstand des Unternehmens ein, zuständig für verschiedene Bereiche, unter anderem Finanzen, Personal und Digitalisierung. Im Februar 2022 verließ sie Tap wieder.

Dass sich anschließend von März bis Juni eine Lücke in Reis' Lebenslauf auftat, schadete ihrer Karriere keineswegs. Im Juli wurde sie Chefin der staatlichen Flugsicherung Nav Portugal. Und im Dezember wechselte sie als Staatssekretärin ins portugiesische Finanzministerium. Doch dann holte ihre Vergangenheit die Frau ein.

Tap überlebte nur dank Milliarden vom Staat

Kurz nach ihrem Wechsel in die Verwaltung deckte die Zeitung Correio da Manhã auf, dass Reis für ihren Abgang bei Tap eine Abfindung in Höhe von 500.000 Euro erhalten hatte. Denn ihr Vertrag hätte noch für zwei weitere Jahre gegolten. Allein die Summe sorgte für Aufregung.

Denn die mittlerweile staatlich kontrollierte Fluggesellschaft musste in der Corona-Krise mit Milliarden Euro vom Staat gerettet werden, trennte sich von Angestellten und schrumpfte die Flotte. Schwarze Zahlen schreibt sie noch lange nicht wieder. Und das Kabinenpersonal streikt für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

Reis wollte fast 1,5 Millionen Euro

Als die Information über die Abfindung einmal bekannt war, wurden weitere Details publik. So etwa, dass Reis eigentlich eine Abfindung von 1,48 Millionen Euro verlangt hatte. Dass Taps Mitteilung im Februar 2022 so formuliert war, als würde die Managerin aus freien Stücken gehen (und demnach keinen Anspruch auf Abfindung haben), aber in Wahrheit die Fluglinie sie loswerden wollte und daher mit ihr in die Abfindungsverhandlungen einstieg. Und dass die 500.000 Euro vom Staatssekretär des Infrastrukturministeriums bewilligt wurden.

Die Folgen waren und sind immens: Reis musste ihr neues Amt im Finanzministerium niederlegen. Infrastrukturminister Pedro Nuno Santos und sein Staatssekretär traten zurück. Und damit ist die Sache noch längst nicht ausgestanden.

Rechnungshof schaut sich Tap genau an

Diese Woche wurde Tap-Chefin Christine Ourmières-Widener in der Angelegenheit von einem Ausschuss des Parlamentes befragt. Außerdem nimmt der Rechnungshof Tap in dieser Sache genau unter die Lupe. Die Opposition kritisiert außerdem heftig die Anstellungspraxis bei Nav Portugal und in den Ministerien der sozialistischen Regierung.

Mehr zum Thema

Kabinenpersonal von Tap kündigt siebentägigen Streik an

Kabinenpersonal von Tap kündigt siebentägigen Streik an

ATR von Tap: Künftig zwei statt sechs.

Tap feuert Partnerin - und tritt nach

Tap rechnet erst 2025 wieder mit schwarzen Zahlen

Tap rechnet erst 2025 wieder mit schwarzen Zahlen

tap lufthansa

Lufthansa Group greift nach Tap - und verspricht «atlantisches Drehkreuz»

Video

wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a321 lr etihad airways dus
Der Krieg im Nahen Osten sorgt für massive Einschränkungen im Luftverkehr. Auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich sitzen daher Flugzeuge von Golfairlines fest. Welche Jets von Emirates, Qatar Airways und Co. an welchen Flughäfen stehen.
Timo Nowack
Timo Nowack
Alarm für Einwohnerinnen und Einwohner: Flughafen Dubai International.
Nach iranischen Angriffen haben die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Luftraum teilweise geschlossen und den Flugverkehr gestoppt. Auch der Flughafen Dubai, an dem rund 20.00 Reisende festsitzen, wurde getroffen. Am Airport Abu Dhabi kam sogar ein Mensch ums Leben.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Timo Nowack
Timo Nowack