Embraer E190-E2 von Helvetic: Swiss wird seltener auf die Flieger der Partnerin zurückgreifen.

Vier statt acht Embraer-JetsSwiss will nur noch halb so viele Helvetic-Flieger

Jetzt ist klar, wie stark die Lufthansa-Tochter beim Wet-Lease-Partner abbauen will: Swiss will statt acht künftig nur noch vier Embraer-Jets von Helvetic nutzen.

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Als im Frühjahr 2020 die Pandemie über die Welt hereinbrach und Swiss erstmals Flugzeuge stilllegen musste, war klar: Diese Krise wird auch Helvetic Airways treffen. Die Wet-Lease-Spezialistin fliegt seit vielen Jahren im Auftrag der Schweizer Lufthansa-Tochter.

Der Vertrag zwischen Swiss und Helvetic lief aber als einziger in der gesamten Lufthansa-Gruppe weiter. Wie stark die Branchenkrise die kleine Partnerin wirklich treffen würde, war aber unklar.  Konkreter wurde die Swiss erst kürzlich. Als sie ihr Sparprogramm verschärfte, erklärte sie, der Abbau der Kurz- und Mittelstreckenflotte um zehn Flugzeuge werde Wet-Lease-Partner Helvetic «überproportional» treffen.

«Gut gerüstet» für Marktlücken

Jetzt nennt Dieter Vranckx in der Sonntagszeitung erstmals konkrete Zahlen: Man werde nur noch «bis zu vier» Helvetic-Jets nutzen, erklärt der Swiss-Chef. Das ist ein herber Schlag für die Wet-Lease-Partnerin. Im November 2018 hatte sie es geschafft, den Vertrag mit Swiss zu erneuern und auszuweiten. Bis zu acht Embraer-Jets würden für Swiss fliegen, hieß es damals.

Auch im Hinblick darauf erneuerte und erweiterte Helvetic ihre Flotte. Sie bestellte sich acht Embraer E190-E2 und vier E195-E2 an. Dazu kommen vier Embraer E190. «Mit unseren 16 Flugzeugen haben wir genau die richtige Flotte in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Kapazität mit 110 bis 134 Plätzen», so ein Helvetic-Sprecher. Man sei «bestens gerüstet», um «als Schweizer Regionalfluggesellschaft in Europa» zu agieren und «Marktlücken schnell und flexibel zu besetzen».

Verhandlungen mit Eurowings laufen noch

Eigentlich würde es mit Blick auf die Kosten durchaus Sinn machen, mehr der Embraer E2-Jets der Partnerin zu nutzen, sagt Swiss-Chef Vranckx. «Aus Sicht von unserem Netzwerk wäre es sicher von Vorteil, weniger Helvetic-Flugzeuge zu reduzieren.» Aber man müsse auch sensibel gegenüber den Mitarbeitenden sein und bei einem Partner, der nicht zur Lufthansa-Group gehört, stärker abbauen.

Immerhin hat Helvetic eine Chance, den verloren gegangenen Auftrag anderswo hereinzuholen. Derzeit verhandelt die Fluggesellschaft über einen Einsatz ihrer Flieger für Eurowings ab Stuttgart und Düsseldorf ab Juli. Man befinde sich weiterhin in Gesprächen mit der Lufthansa-Billigairline, so der Sprecher von Helvetic. Und die vier Flugzeuge gelten vorerst für Sommer 2021. Bei größerer Nachfrage kann Swiss auch wieder mehr einsetzen.

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