Boeing 737 von Air Algérie: Ein neuer Chef mitten in der tiefsten Krise.

Wegen EinkaufspolitikStaatspräsident setzt Chef von Air Algérie ab

Die Corona-Krise setzt der algerischen Nationalairline heftig zu. Ausgerechnet in dieser Situation hat der Staatspräsident den Chef von Air Algérie entlassen - weil dieser nicht auf inländische Lieferanten setzte.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Die Fluggesellschaft hängt seit Jahren am Tropf des Staates. Ohne wiederholte Geldspritzen von der Regierung wäre Air Algérie schon lange untergegangen. Aber sie fliegt weiter. Ein früherer Chef fasste die generelle Verfassung der Nationalairline einmal so zusammen: Negative Betriebsergebnisse, eine hohe Verschuldung, wenig Liquidität, ein zu hoher Personalbestand und Unfähigkeit, Investitionen zu finanzieren.

Die Covid-19-Pandemie hat die Probleme noch verschärft. Denn Algerien hat seine Grenzen im März 2020 dichtgemacht und verbietet bis heute Ein- und Ausreisen. Für Air Algérie ist das fatal. 89 Milliarden Dinar oder umgerechnet 550 Millionen Euro dürfte der Verlust 2020 betragen.

Zwei Manager und einen Minister entlassen

Neben klassischen Sparmaßnahmen hat die Fluglinie deshalb bereits den Plan zum Kauf von 30 bis 40 neuen Fliegern auf Eis gelegt. Dabei war die Flottenerneuerung nach jahrelangen Verhandlungen erst 2019 endlich von der Regierung genehmigt worden. Die Aussichten für Air Algérie bleiben schlecht.

Ausgerechnet in dieser schwierigen Lage muss die Fluggesellschaft auch noch einen Chefwechsel verkraften. Algeriens Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune hat am Samstag (9. Januar) den Vorstandsvorsitzenden Bekhouche Allache ebenso des Amtes enthoben wie den Leiter Catering der Nationalairline und den nationalen Transportminister Lazhar Hani.

L'Algérie d'abord

Ihnen wird vorgeworfen, beim Catering einen ausländischen Anbieter ausgewählt zu haben. In Algerien besteht für Unternehmen eine Pflicht, inländische Firmen zu bevorzugen. Es ist quasi die algerische Variante von America First, also l'Algérie d'abord.

Die Vorschrift besteht, um die nationalen Devisenreserven zu schonen. In den letzten fünf Jahren sind sie um fast zwei Drittel gesunken. Zum Interimschef von Air Algérie wurde am Montag (11. Januar) Amine Mesraoua ernannt, der zuletzt als Bekhouches Berater tätig war.

Mehr zum Thema

ATR-72 von Air Algérie: Der Staat plant eine weitere Fluglinie.

Algerien baut neue Inlandsfluglinie auf

Boeing 737 von Air Algérie: Bekommt Wettbewerber.

Algerien fördert private Airlines und prüft zweite Nationalairline

Air Algérie legt Flottenerneuerung auf Eis

Air Algérie legt Flottenerneuerung auf Eis

ticker-iata

Luftfahrtverbände fordern einheitliche Passagierdatensysteme in Afrika

Video

Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack
Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin