Lufthansa-Mitarbeiter am Streik (oben) und in der Werbung: Unzufrieden.

Saison der Streiks

Der Arbeitskampf bei Lufthansa ruht, anderswo machen die Angestellten mit ihren Protesten weiter. Das kommt nicht von ungefähr.

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Tausende von Passagiere strandeten am Samstag (8. September) am Flughafen Kairo, weil ihre Flüge bereits restlos überbucht waren. Egyptair charterte zwar Ersatzmaschinen, um den Stau an Reisenden abzubauen. Doch es kam dennoch zu langen Wartezeiten. Schuld war ein Streik. Am Freitag hatten die Flugbegleiter der ägyptischen Nationalairline die Arbeit zwölf Stunden lang niedergelegt. Sie forderten bessere Arbeitsbedingungen, eine bessere Versicherung und eine Erhöhung des Personalbestandes. Von vier Uhr morgens bis vier Uhr nachmittags verließ deshalb kein einziger internationaler Flug die Basis in Kairo. Vertreter der Regierung und der Fluggesellschaft lenkten rasch ein. Man sei bereit, auf die «berechtigten Anliegen» einzugehen, sagte Verhandlungsleiter Mohamed Fouad gemäß der Zeitung Al-Ahram.

Weniger weit sind die Flugbegleiter von Lufthansa. Zwar beendeten sie den eintägigen, flächendeckenden Ausstand am Freitag um Mitternacht planmäßig. Doch erreicht haben sie damit noch nichts. Die Gewerkschaft Ufo und die deutsche Fluglinie einigten sich darauf, ihren Tarifkonflikt nun auf dem Wege einer Schlichtung beizulegen und nicht mehr durch Machtdemonstrationen auf beiden Seiten. Zuvor hatte die Lufthansa weit mehr als die Hälfte der Flüge streichen müssen. Über 100'000 Reisende waren vom Ausstand betroffen.

Der Beginn der Verteilungskämpfe

Es sind beileibe nicht die einzigen Arbeitskämpfe, die derzeit die Luftfahrtindustrie plagen. In Frankreich streiken Teile der Mitarbeitenden der Tui-Tocher Corsair International am Sonntag bereits den dritten Tag, um gegen einen Stellenabbau zu protestieren. Mitte August verweigerten die Piloten von Easyjet in Frankreich und teilweise auch Angestellte des Billigfliegers in Portugal den Dienst, weil sie eine Lohnerhöhung über der Teuerungsrate forderten. Die Angestellten von Air Tahiti Nui legten ihre Arbeit Anfang August nieder, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Und auch bei den strauchelnden indischen Airlines Kingfisher ud Air India legten in letzter Zeit immer wieder Techniker und Piloten die Arbeit nieder, weil sie die Bezahlung ihrer Löhne forderten.

Auch wenn die Ursachen unterschiedlich sind. Es kommt wohl nicht ungefähr genau jetzt zu einer Häufung von Arbeitsniederlegungen. Zum einen sind die großen Ferien vielerorts vorbei, so dass das Chaos nicht ganz so groß ist, wenn Airline-Angestellte die Arbeit niederlegen. So schlägt ihnen auch die Wut der Passagiere weniger entgegen. Andererseits werden überall die Gürtel enger geschnallt - da gehen fast schon regelmäßig Verteilungskämpfe los.

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