US-Heimatschutzministerin Kirsty Noem: Sie will die Zahl der Abschiebungen deutlich erhöhen.

Statt CharterflügeUSA erwägen eigene Airline für Abschiebeflüge

Die USA chartern bisher Flugzeuge für Abschiebungen, etwa bei Avelo Airlines oder Global X. Doch Heimatschutzministerin Kristi Noem prüft, ob sich der Aufbau einer eigenen Flotte lohnt.

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Seit Donald Trump wieder an der Macht ist, spielt die Immigration and Customs Enforcement ICE eine größere Rolle. Mitarbeitende der Behörde in zivil nehmen Menschen auf offener Straße fest, auch diverse illegale Abschiebungen wurden bereits registriert. Zuletzt sorgte die Festnahme von 300 koreanischen Mitarbeitenden in einer Hyundai-Fabrik für Aufsehen - und Stress zwischen Korea und den USA. Die 300 Menschen werden nun per Flugzeug nach Korea gebracht.

Bislang verlässt sich ICE bei solchen Abschiebungen auf gecharterte Flugzeuge. Doch das könnte sich bald ändern. Wie unter anderem der Nachrichtensender NBC berichtet, treibt Heimatschutzministerin Kristi Noem Pläne voran, für ICE eine eigene Flugzeugflotte anzuschaffen und zu betreiben.

Ist eine ICE Air billiger als gecharterte Flüge?

Der Hintergrund: Mit derzeit acht bis 14 gecharterten Flugzeugen schiebt ICE rund 15.000 Menschen pro Monat ab. Doch das reicht den USA nicht. Um das Volumen zu verdoppeln, wären etwa 30 Flugzeuge nötig, schätzt der ehemalige ICE-Stabschef Jason Houser. Ziel der Regierung von Donald Trump sei es, die Zahl der Abschiebungen massiv zu erhöhen. Bis zu eine Million Menschen will Trump pro Jahr außer Landes schaffen.

Das kann teuer werden. Jede Stunde Charterflug kostet rund 25.000 Dollar. Ein einzelner Einsatz summiert sich schnell auf 100.000 bis 200.000 Dollar. Noem und das Heimatschutzministerium prüfen nun, ob eine eigene Flotte unter dem Strich günstiger wäre.

Investitionen von mehreren Milliarden Dollar

Doch auch eine eigene ICE Air hätte ihren Preis. Für den Kauf von 30 Jets würde das Vorhaben Investitionen von bis zu zwölf Milliarden Dollar bedeuten. Hinzu kämen laufende Ausgaben: Bisher kümmern sich die Chartergesellschaften um Wartung, Crews und die Einhaltung von FAA-Regeln. Bei einer eigenen Flotte müsste ICE all das selbst stemmen.

Finanziell wäre der Schritt möglich: Durch Trumps Ausgabenpaket, von ihm selbst als «big, beautiful bill» bezeichnet, verfügt ICE über ein Budget von mehr als 75 Milliarden Dollar – darunter 30 Milliarden allein für Abschiebungen.

Avelo Airlines wegen Abschiebeflügen in der Kritik

Für die Fluggesellschaften, die die Aufträge aktuell übernehmen, sind diese zwar lukrativ - sie sorgen aber auch für Stress. Besonders Avelo geriet in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen.

Im April hatte die Billigairline einen Regierungsauftrag angenommen. «Diese neue Möglichkeit ist zu wertvoll, um sie nicht zu nutzen, da sie uns helfen wird, unsere Finanzen zu stabilisieren», erklärte Chef Andrew Levy. Doch die Kritik ließ nicht lange auf sich warten: Aktivisten riefen zum Boykott auf, Politikerinnen unhd Politiker forderten den Entzug von Steuervergünstigungen für die Airline.

Boeing 737 von Avelo ohne Lackierung

Auch die Airline selbst reagierte. Drei Boeing 737, die für Abschiebungen im Einsatz sind, tragen inzwischen keine Avelo-Lackierung mehr, sondern fliegen ganz in Weiß. Offenbar, um die Verbindungen zu den Flügen weniger sichtbar zu machen.

Nicht nur Avelo sieht sich Gegenwind ausgesetzt. Die Charterfluggesellschaft Global X, ebenfalls im Auftrag von ICE unterwegs, wurde im Mai Ziel eines Hackerangriffs. Die Gruppe Anonymous behauptet, persönliche Daten aus den Passagierlisten erbeutet zu haben, auch von Menschen, die bei den Abschiebeflügen an Bord waren.

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