Screenshot aus einem Video vom Vorfeld: Der Ryanair-Jet wurde blockiert.

Vorfeld in Marseille gestürmtPassagiere von Ryanair laufen auf Vorfeld und blockieren Boeing 737

Viele Fluggäste kamen in Marseille nicht schnell genug durch die Sicherheitskontrollen, um ihren Flug nach Marrakesch zu erreichen. Rund 30 von ihnen liefen daraufhin aufs Vorfeld zur geparkten Boeing 737 von Ryanair. Nun gibt es viele gegenseitige Beschuldigungen.

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Sie wollten mit Ryanair nach Marrakesch fliegen. Doch 83 Passagierinnen und Passagiere kamen am Abend des 18. April am Flughafen Marseille-Provence nicht schnell genug durch die Sicherheitskontrollen, um Flug FR2640 pünktlich zu erreichen. «Erst 50 Prozent der Fluggäste waren durch, als der Ryanair-Vertreter zu uns kam und erklärte, das Gate sei wegen der langsamen Kontrollen geschlossen und die Fluggesellschaft wolle, dass das Flugzeug pünktlich abfliegt», berichtete eine Betroffene später der Zeitung La Provence.

Sie gehörte dann auch zu einer Gruppe von Reisenden, die die Situation eskalieren ließen, indem sie sich Zutritt zum Vorfeld verschafften - offenbar, indem sie einen Feueralarm auslösten, um die Türen zu öffnen. «Wir waren 30 Leute auf dem Rollfeld und blockierten das Flugzeug», so die Passagierin. Videos zeigen die wütenden Menschen vor der Boeing 737.

Ryanair hob schließlich ohne 83 Fluggäste ab

Bei dem Flieger handelte es sich um die Boeing 737-800 mit der Kennung 9H-QAV. Ihr Start war für 22:30 Uhr geplant. Doch durch die Blockade konnte sie schließlich erst gegen 01:50 Uhr abheben - und das ohne die 83 Reisenden, die nicht rechtzeitig am Gate waren.

Wie groß die Verzögerungen an der Sicherheitskontrolle waren, ist unklar. Manche französische Medien schreiben, viele der Betroffenen seien erst im letzten Moment am Flughafen angekommen, andere zitieren Reisende, die sagen, sie seien mit viel Vorlaufzeit eingetroffen, aber dennoch nicht schnell genug durch die Kontrollen gekommen.

Akteure schieben sich gegenseitig Schuld zu

Ryanair und der Flughafen verweisen laut der Zeitung Ouest France im Nachhinein auf Personalmangel bei der Grenzpolizei an jenem Abend. Die Behörden hingegen machen die schnellen Boarding-Verfahren der irischen Billigfluggesellschaft verantwortlich.

Die Angelegenheit ist damit noch nicht beendet. Der Flughafen hat eine interne Untersuchung angekündigt. Laut einer Polizeiquelle des TV-Senders BFM wurde eine Passagierin festgenommen, die im Verdacht steht, den Feueralarm ausgelöst zu haben, und die anhand von Videoaufnahmen identifiziert wurde. Derweil haben sich etliche der Reisenden, die den Flug verpassten, zusammengeschlossen, um von Ryanair Entschädigungen einzufordern.

Bei anderem Vorfall blieben alle 192 Reisenden zurück

Schon am 14. April war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Ryanair-Flug von Vatry nach Marrakesch hob an diesem Tag leer ab, während 192 Reisende am Boden blieben. Grund war laut französischen Medien Personalmangel bei einem Sicherheitsdienstleister, laut unterschiedlichen Aussagen aufgrund eines hohen Krankenstandes oder eines Streikes.

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