In den USA sind drei von vier Erwachsenen übergewichtig oder von Adipositas betroffen — einer chronische Erkrankung, die durch übermäßige Fettansammlung im Körper gekennzeichnet ist und das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gelenkprobleme stark erhöht. Die Adipositas-Epidemie, von der manche Experten schon sprechen, ist nicht nur ein individuelles, sondern ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Problem. Das Wundermittel kam vor sechs Jahren auf den Markt: Ozempic.
Ursprünglich als Diabetes-Medikament zugelassen, etablierte sich der Wirkstoff Semaglutid rasant als Abnehmmittel. In Kurzform: Es verlangsamt die Magenentleerung für länger anhaltende Sättigung und dämpft so den Appetit. Prominente und Influencer machten die «Abnehmspritze» schließlich weltweit bekannt. In den USA setzen schon 12 Prozent aller Menschen, die sich wegen Übergewicht behandeln lassen auf Ozempic. Mit Erfolg: In den USA sind die Fettleibigkeitsraten bei Erwachsenen seit drei Jahren rückläufig.
2026 kommt mit der Abnehmpille die nächste Revolution
Während der Wirkstoff Semaglutid bisher einmal pro Woche gespritzt werden muss, erwarten Experten für 2026 die nächste Revolution: Die Abnehmpille. Tabletten könnten neue Patientengruppen erschließen, weil sie viel einfacher einzunehmen sind. In diesem Jahr sollen in Europa und den USA die ersten Pillen zugelassen werden. Der Abnehmboom, aktuell noch primär in den USA, könnte auch Auswirkungen auf Fluglinien haben.
Die US-Investmentbank Jefferies, bekannt für präzise Branchenanalysen in Luftfahrt, Pharma, Technologie und Energie, hat einen außergewöhnlichen, aber potenziell bedeutenden Kostenvorteil errechnet. Airlines könnten durch Gewichtsreduktion ihrer Passagiere Millionen Dollar sparen. Der mit Abstand größte Kostenfaktor einer Airline ist der Treibstoff. Deshalb optimieren Airlines konsequent jedes Gramm, sei es beim Gepäck, den Bordmenüs oder sogar beim Gewicht der Sitze.
Millioneneinsparungen durch Gewichtsmedikamente
Jefferies zeigt in einem am 12. Januar verschickten Memo, wie sich das Gewicht der Passagiere direkt auf die Wirtschaftlichkeit einer Airline auswirkt: Eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von nur 10 Prozent könnte das Gesamtgewicht eines Flugzeugs um etwa 2 Prozent verringern. Das würde nicht nur den Kerosinverbrauch um bis zu 1,5 Prozent senken, sondern auch den Gewinn pro Aktie um bis zu 4 Prozent steigern.
Die Berechnung basiert einer Boeing 737 Max 8 und dem international anerkannten Durchschnittsgewicht von Passagieren. Die Boeing 737 Max 8 wiegt leer knapp 45 Tonne. Das maximale Startgewicht liegt bei 82 Tonnen. Bei einer Zweiklassenkonfiguration mit 178 Passagieren und einem durchschnittlichen Passagiergewicht von 81 Kilogramm ergibt sich ein Gesamtgewicht der Passagiere von etwa 14,5 Tonnen.
Tausende Tonnen können eingespart werden
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