Passagiere in der erneuerten Kabine: Für die Reisenden kein großer Unterschied. Die Crews aber leiden.

Umgebaute Airbus A320Neue Kabine der Swiss sorgt für Frust

Die Swiss packt mehr Passagiere in die Airbus A320. Die Arbeit an Bord sei dadurch eine Zumutung geworden, sagen die Flugbegleiter und schlagen eine radikale Lösung vor.

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Es sei eine «Investition in die Next Generation Airline of Switzerland», so die Swiss. Intern hieß das Projekt weniger pathetisch «MaxPax». Die Kabine der Europaflotte wird nach und nach erneuert. Zentraler Punkt ist dabei die Erhöhung der Sitzzahl in den Airbus A320 um 12 auf 180 und im A321 um 19 auf 217. «Durch den Einbau eines neuen Sitzmodells, das mehr Kniefreiheit als bisher ermöglicht, bietet die neue Konfiguration den Passagieren den gleichen Sitzkomfort wie bisher», schrieb die Swiss im November bei der Bekanntgabe.

Der zusätzliche Platz wurde durch die neuen, dünneren Sitze, aber auch durch eine Halbierung der Küche und Verlegung und Verkleinerung der Toiletten gewonnen. Was die Passagiere nicht zu stören scheint, passt den Flugbegleitern gar nicht. Rund 450 interne Berichte über Mängel haben sie seit der Einführung schon ans Management geschickt, schreibt die Zeitung Blick. Die Flüge mit den umgebauten Fliegern seien «eine Zumutung» sagt denn auch Denny Manimanakis von der Flugbegleiter-Gewerkschaft Kapers.

«Immer wieder in der Arbeit unterbrochen»

Konkret wird moniert, dass die Küche zu klein für eine Dienstleistung sei, wie sie die Swiss bieten wolle. Die Arbeit sei extrem mühsam geworden, sagt Manimanakis. «Um den Service vorzubereiten, muss ich die Trolleys in den Gang vor die Toiletten schieben», sagt er. Dadurch werde aber der Zugang zu den WCs versperrt. «Jedes Mal wenn ein Passagier auf die Toilette muss, muss ich den Wagen verschieben. Ich werde dadurch immer wieder in meiner Arbeit unterbrochen», so der erfahrene Flugbegleiter.

Die Probleme zeigen sich vor allem auf den längeren Flügen, wo noch eine Essensbox und mehr als nur ein Sandwich verteilt wird – also auf Strecken wie nach Moskau oder Stockholm.  Das Befüllen der Trolleys in den kleinen Küchen ist unergonomisch, so Manimanakis. Zudem gebe auch einen negativen Sicherheitsaspekt: Der Jumpseat für die Crew ist dann verstellt. Wenn es zu einer plötzlichen Turbulenz komme, könne er dort nicht mehr schnell genug hingelangen.

Von Kunden gibt es nicht mehr Reklamationen

Zur Vorbereitung des Umbaus hat die Swiss diverse Workshops mit den Flugbegleitern durchgeführt. «Wir haben da Vorbehalte angebracht», so Manimanakis. Aber die Konfiguration sei nicht veränderbar und man könne da nicht viel machen. «Die einzige Lösung ist, den Service zu verringern». Sprich: Auf Europastrecken müsste die Swiss maximal noch ein Getränk und ein Sandwich verteilen.

Die Swiss bestätigt die Reklamationen. «Wir nehmen die die Argumente, Ideen und Vorschläge der Mitarbeiter sehr ernst. Aus diesem Grund tagen bereits seit geraumer Zeit diverse Arbeitsgruppen, in denen selbstverständlich auch Mitglieder des Kabinenpersonals vertreten sind, die stetig nach Verbesserungen und Optimierungen im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz an Bord suchen» erklärt ein Sprecher. Darauf hin sei auch bereits das Service- und Logistikkonzept optimiert worden. Und: «Von Kunden haben wir keine Steigerung von Beschwerden beobachtet.»

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