Airbus A350 von Delta: Wer war schuld?

Nichts ging mehrMicrosoft gibt Delta Schuld an Chaos nach IT-Problemen

Delta litt mehr als andere Airlines unter dem IT-Chaos vor ein paar Wochen. Die Airline beschuldigt Microsoft. Doch der IT-Konzern schlägt zurück. Und greift dabei auch die oberste Führungsetage an.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Am 19. Juli ging etwas so richtig schief. Und die ganze Welt bekam es mit. Ein Update der Sicherheitssoftware Crowdstrike bei Microsoft-Systemen funktionierte nicht, wie es sollte. In der Folge funktionierten Banken nicht, Kühlschränke - und eben auch die Luftfahrt.

Denn viele Airlines und Flughäfen waren aufgrund ihrer Abhängigkeit von Microsoft-Systemen von dem Ausfall betroffen. Am Airport Berlin ging lange nichts, ebenso an spanischen Flughäfen. Und auch Airlines blieben nicht verschont. Delta Air Lines kämpfte noch Tage später mit den Nachwirkungen. Und die Fluggesellschaft wurde wütend. Die Ausfälle kosteten Delta Air Lines schätzungsweise 350 bis 500 Millionen Dollar. Die Fluglinie beauftragte daher eine prominente Kanzlei, um Schadensersatz sicherzustellen.

Schwere Vorwürfe von beiden Seiten

Delta-Chef Ed Bastian sagte gegenüber dem Sender CNBC, man hab keine andere Wahl, als diesen Schritt gegen Microsoft einzuleiten. Doch der Software-Konzern wehrt sich. «Unsere vorläufige Überprüfung deutet darauf hin, dass Delta im Gegensatz zu seinen Konkurrenten seine IT-Infrastruktur offenbar nicht modernisiert hat», zitiert der Sender aus einem Microsoft-Schreiben an Deltas Chefjuristen.

Die Fluggesellschaft wies den Vorwurf von sich und erklärte: «Seit 2016 hat Delta Milliarden von Dollar in IT-Investitionen investiert, zusätzlich zu den Milliarden, die jährlich für IT-Betriebskosten ausgegeben werden.» Zudem schrieb Deltas Chefjurist: «Wir haben Grund zu der Annahme, dass Microsoft vertragliche Anforderungen nicht erfüllt und im Zusammenhang mit dem fehlerhaften Update von Crowdstrike, das zum Absturz von Windows-Computern führte, anderweitig grob fahrlässig, ja sogar vorsätzlich gehandelt hat.»

Lehnte Delta Angebote ab?

Microsoft nannte Deltas Schreiben und öffentliche Kommentare im Gegenzug «unvollständig, falsch, irreführend und schädlich für Microsoft und seinen Ruf». Doch der Streit dreht sich nicht nur um die technischen Fragen, sondern auch um die Reaktion auf die Probleme. «Obwohl Microsofts Software den Crowdstrike-Vorfall nicht verursacht hatte, sprang Microsoft sofort ein und bot Delta nach dem Ausfall am 19. Juli seine kostenlose Hilfe an», heißt es in einem Schreiben, das jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist.

An jedem der folgenden Tage, vom 19. bis zum 23. Juli, hätten Microsoft-Mitarbeitende weiterhin versucht, Delta zu helfen. «Jedes Mal lehnte Delta die Hilfsangebote von Microsoft ab, obwohl Microsoft Delta diese Hilfe nicht in Rechnung gestellt hätte», heißt es.

Microsoft-Chef erhielt keine Antwort von Delta-Chef

Microsoft greift in dem Brief auch die höchste Führungsebene an. «Auch ranghöhere Microsoft-Führungskräfte haben wiederholt versucht, ihren Kollegen bei Delta zu helfen, ebenfalls mit ähnlichem Ergebnis», heißt es. Unter anderem habe Microsoft-Chef Satya Nadella am 24. Juli eine E-Mail an Delta-Chef Bastian geschickt - ohne Antwort zu erhalten.

Microsoft geht davon aus, dass Delta die kostenlose Hilfe abgelehnt hat, weil es stattdessen Probleme mit der Wiederherstellung von Nicht-Windows-Systemen gab. Eine Stellungnahme gibt es bislang nicht. Tatsächlich war Delta stärker als andere Fluggesellschaften von den IT-Problemen getroffen. Auch Tage nach dem Ausfall waren Flüge verspätet oder fielen aus.

Mehr zum Thema

Delta will gegen Microsoft und Crowdstrike klagen

Delta will gegen Microsoft und Crowdstrike klagen

Boeing 777 von Delta: Die Airline kämpft noch mit Problemen.

Delta kämpft noch immer mit Crowdstrike-Nachwirkungen

Flughafen Düsseldorf am Freitagmorgen: Betroffen und sehr voll.

IT-Panne sorgt bei Airlines und Flughäfen weltweit für Chaos

ticker-delta-airlines

Delta übernimmt ehemalige Spirit-Gates und Flächen in Atlanta

Video

Flugzeuge am Wilson Airport: 41 Flugzeuge um den Flughafen sind zu hoch und sollen abgerissen werden.
Flughafen Nairobi-Wilson
Rund um Kenias wichtigsten Inlandsflughafen sind in den vergangenen Jahren Dutzende Gebäude entstanden, die den Luftraum verletzen. Der Senat fordert nun den Abriss, die Regierung will lieber die Flugrouten zum Flughafen Nairobi-Wilson ändern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der weltgrößte Papierflieger: Er flog über 59 Meter.
Papierflieger kennt jedes Kind. Doch dieses Exemplar sprengt alle Dimensionen: Mit mehr als 20 Metern Spannweite und einem Flug über 59 Meter hat ein Team aus Italien den Weltrekord für das größte flugfähige Papierflugzeug geholt - und Deutschland entthront.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Electra aero: So soll das Regionalflugzeug aussehen.
Der erfolgreiche Testflug des Kurzstartflugzeugs EL2 ist für Electra Aero nur der Anfang. Das Unternehmen entwickelt bereits ein deutlich größeres Verkehrsflugzeug für 100 Passagiere, das dank eines ungewöhnlichen Antriebskonzepts sehr effizient fliegen soll.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies