Airbus A320 mit Retrolackierung in Lissabon: Gehört wohl bald teilweise Lufthansa Group.

BerichtLufthansa setzt sich offenbar gegen Air France-KLM durch und wird neue Eigentümerin von Tap

Im Rennen um einen Einstieg bei Tap scheint eine Entscheidung gefallen zu sein. Laut einem portugiesischen Medienbericht hat sich Lufthansa Group gegen Air France-KLM durchgesetzt. Ausschlaggebend waren demnach vor allem finanzielle Vorteile für den Staat.

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Am 30. September haben Air France-KLM und Lufthansa ihre endgültigen und verbesserten Angebote für einen Einstieg bei Tap eingereicht. Damit endete die Verhandlungsphase im Privatisierungsverfahren für die portugiesische Nationalairline. Die beiden Konzerne waren die letzten Kandidaten.

Und nun ist offenbar eine Entscheidung gefallen. Wie der TV-Sender SIC meldet, wird die Regierung am Mittwoch (14. Oktober) bekannt geben, an wen sie Tap Air Portugal verkaufen wird. Im Prozess habe sich am Ende Lufthansa Group durchgesetzt, so der Bericht weiter. Vor allem finanzielle Vorteile für den Staat hätten für den deutschen Konzern gesprochen.

Lufthansa Group trumpfte mit stärkerer Finanzkraft

So habe Lufthansa Group angeboten, den ganzen Preis in bar zu bezahlen. Air France-KLM dagegen bot zumindest für einen Teil des Betrages eine Beteiligung am eigenen Konzern an. Aber auch die Finanzkraft der deutschen Gruppe sei als stärker eingestuft worden. Nicht zuletzt wolle diese, dass der neue Flughafen in Lissabon so schnell wie möglich gebaut und der bestehende gleichzeitig schnell erweitert werde. Dies passe perfekt zu den Plänen der Regierung zur Stärkung der Flughafenkapazitäten in Lissabon, so SIC.

Damit hat sich die Regierung auch gegen kritische Stimmen gestellt. Unter anderem hatte die portugiesische Pilotengewerkschaft kritisiert, Lufthansa Group pflege «unethische gewerkschaftsfeindliche Praktiken». Und würden diese bei Tap eingeführt, würde das «den sozialen Frieden am Arbeitsplatz und die Effizienz des Drehkreuzes in Lissabon ernsthaft gefährden», so das Sindicato dos Pilotos da Aviação Civil (Spac). Es verwies auf anhaltende Arbeitskonflikte, die jüngsten Streiks sowie auf die Kündigung der Vereinbarung über die Freistellung von Gewerkschaftsmitgliedern. Auch Air France-KLM verwies auf diesen Punkt.

Auch Mitarbeitende bekommen Anteile von Tap

Zum Verkauf stehen bis zu 44,9 Prozent von Tap, weitere fünf Prozent sind zunächst für Beschäftigte reserviert. Neben dem Kaufpreis berücksichtigte die Regierung unter anderem die Strategie für Tap, das Streckennetz, Investitionen, Flottenentwicklung, Wartung und die Zukunft des Drehkreuzes Lissabon. Nach der Auswahl folgen weitere Verhandlungen und regulatorische Genehmigungen.

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