Boeing 737 Max 8 von Tui Airways: Der Reiseveranstalter fliegt Kundinnen und Kunden über den Flughafen Al-Ain aus.

Iran-KriegKreta als Drehkreuz: So bringt Tui gestrandete Reisende aus dem Nahen Osten nach Hause

Tausende Reisende sitzen wegen der Krise im Nahen Osten fest. Tui reagiert mit Sonderflügen der eigenen Airlines – allerdings nicht von den großen Drehkreuzen der Region. Stattdessen nutzt der Konzern den kleineren Flughafen Al-Ain und Heraklion als Minidrehkreuz, um Gäste nach Europa zurückzubringen.

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Luftfahrt

Lufthansa, Condor und Sundair haben im Auftrag der Bundesregierung vier Rückholflüge aus dem Nahen Osten durchgeführt. Eurowings setzte einen Sonderflug für den hauseigenen Reiseveranstalter Eurowings Holidays von Riyadh nach Köln/Bonn ein. Tui hat bisher die meisten Reisenden mit den wenigen Linienflügen von Emirates, Etihad und Charterflügen von Qatar Airways aus der Krisenregion ausgeflogen. Man plane und prüfe aber weitere Optionen, so ein Sprecher.

Wie Europas größter Reiseveranstalter seine tausenden im Nahen Osten gestrandeten Kunden nach Hause bringt, wird langsam deutlich: Tui setzt auf Flüge der hauseigenen Tui Airlines. Am Samstag (7. März) um 22:19 Uhr landete die Boeing 737 Max 8 mit dem Kennzeichen G-TUPB in Hannover. Nur eine knappe Stunde später folgte ein zweiter Sonderflug – mit der Boeing 737 Max 8 mit der Registrierung G-TUMG von Tui Airways.

Tui setzt auf kleinen Flughafen an der Grenze zum Oman

Tui setzt anders als andere Airlines weniger auf Riyadh oder Muscat als Abflughafen in der Krisenregion, sondern auf den kleineren Flughafen Al-Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten an der Grenze zum Oman. Der Airport liegt etwa 140 Kilometer östlich von Abu Dhabi und 150 Kilometer südöstlich von Dubai. Der Airport mit einer 4000 Meter langen Piste wird vor allem von Air India Express, Pakistan International Airlines PIA und Nile Air genutzt.

Der Reiseveranstalter hat sich für Al-Ain entschieden, da dies die einfachste Lösung darstellte, wie ein Sprecher am Sonntag (8. März) mitteilte. Da der Flughafen innerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate liegt, entfällt für die Reisenden das Passieren von Staatsgrenzen, was oft mit zeitaufwändigen oder komplizierten Formalitäten verbunden wäre. Zudem ist der Flughafen geöffnet. Tui kann ihre Gäste innerhalb von kurzer Zeit mit Bussen von Abu Dhabi und Dubai aus nach Al-Ain bringen.

Alle Genehmigungen im Eiltempo

«Wir sind als Reiseveranstalter immer auf Krisensituationen vorbereitet, aber mit der konkreten Planung haben wir in der vergangenen Woche begonnen», so der Tui-Sprecher weiter. Da der Konzern mit ihren Airlines im Gegensatz zu Condor und Eurowings die Emirate nicht regulär anfliegt, mussten alle erforderlichen Genehmigungen von den zuständigen Luftfahrtbehörden im Eiltempo eingeholt werden.

Und die Anforderungen sind hoch. Damit die Behörden zustimmen, muss die Sicherheitseinstufung der Airline detailliert aufzeigen, wie die Sicherheitsstandards auch unter den aktuellen Bedingungen eingehalten werden können. Zusätzlich müssen sowohl die Crew-Vertreter als auch die Versicherungsträger ihre Zustimmung geben. Letztlich konnte Tui Airlines alle Hürden nehmen, sodass die Flüge starten können.

Sonntag sind zwei weitere Flüge gestartet

Und so sind am Sonntag (8. März) zwei zusätzliche Flüge mit den Flugnummern BY8008 und BY8012 von Al-Ain gestartet. Zwei weitere Flüge sind für Montag geplant. «Wir werden die Flüge solange durchführen, wie Bedarf besteht», teilte der Sprecher weiter mit. Tui bietet auch anderen Reiseveranstaltern die Möglichkeit, ihre Kundinnen und Kunden auf diesem Weg aus der Krisenregion zu bringen. Für Privatpersonen sind die Flüge nicht buchbar.

Tui setzt dabei auf ein Drehkreuz-Konzept mit Heraklion. Vier Flugzeuge hat Tui Airways aus Großbritannien dafür extra auf die griechische Insel geflogen. «Heraklion bietet die Möglichkeit, dass wir mit einer Crew ein- und auch wieder ausfliegen können», so der Tui-Sprecher. Das Flugzeug bleibt nur kurz am Boden, bevor es wieder zurückgeht.

Tui-Crews und Flugzeuge kommen aus Großbritannien

In Heraklion wird die Crew getauscht und das Flugzeug betankt, bevor die Reisenden weitergeflogen werden. Von den ersten vier Flügen gingen drei nach Hannover und einer nach Manchester. An den Flügen sind alle Tui-Fluglinien beteiligt: Die Flugzeuge und Crews kommen aus Großbritannien, während die Koordination und Planung aus Belgien und den Niederlanden erfolgen. In Deutschland ermöglicht die 24-Stunden-Genehmigung in Hannover auch Landungen in der Nacht.

Bis spätestens Mittwoch will Tui alle Veranstalter-Kundinnen und ‑Kunden nach Deutschland zurück zu bringen.

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