Sänger Yang Yo-seob (Yoseob) von der Band Highlight: Viele Fans geben alles für ihren Anblick.

Rummel an Bord und an FlughäfenKorean Air kämpft gegen K-Pop-Fans

Verehrer koreanischer Boygroups kaufen mitunter teure Flugtickets, um ihren Stars an Bord nahe zu sein. Kurz vor Abflug steigen sie aus und erhalten ihr Geld zurück. Das unterbindet Korean Air jetzt.

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Die Bands heißen BTS, Exo, Wanna One, BTOB, JBJ, Seventeen, Super Junior, Highlight, Shinee oder Infinite. Und sie versetzen Millionen von Mädchen in Ekstase. K-Pop - so der Begriff für koreanischsprachige Popmusik - erlebt gerade einen globalen Boom. Besonders hoch ist der Rummel um die singenden und tanzenden hübschen jungen Männer (seltener auch Frauen) immer noch in Asien.

Und das macht Korean Air zunehmend zu schaffen. Im Dezember trat die Band Wanna One in Hongkong auf. Zurück flogen die Musiker mit einem Linienflug der größten Fluggesellschaft des Landes. Drei Fans hatten das mitbekommen und buchten Tickets je in der Economy, Business und First Class. So schafften sie es, ihren Stars ganz nah zu sein. Kurz bevor die Boeing 747 abheben sollte, teilten sie den Flugbegleitern aber mit, aussteigen zu wollen. Die Folge war, dass alle 360 Reisenden den Flieger verlassen mussten und es zu einer mehrstündigen Verspätung kam.

Nach dem Gate wird es teuer

Während Korean Air alle Passagiere entschädigen musste, bekamen die drei K-Pop-Fans ihre Tickets zurückerstattet. Es ist kein Einzelfall. Insgesamt verzeichnete die Fluggesellschaft vergangenes Jahr 35 solcher Vorfälle. Schaue man alle koreanischen Airlines an, seien es wohl mehr als 100, so ein Sprecher zur Zeitung Korean Times. Die Fans nutzen dabei die Klausel, dass teure Tickets voll zurückerstattet werden, wenn der Passagier sie annulliert - auch in letzter Minute.

Darauf hat die Airline nun reagiert. Sie hat auf den 1. Januar eine neue Gebühr eingeführt. Wer einen internationalen Flug annulliert, nachdem er eingestiegen ist, zahlt künftig eine Stornogebühr von 200.000 Won, umgerechnet 156 Euro. Ob das ausreicht, um die Hysterie einzudämmen, ist offen.

Auch eine Verdienstmöglichkeit

Bisher gab es schon eine No-Show-Gebühr. Wer seinen Flug nicht antritt, zahlt zwischen 50.000 und 120.000 Won. Vielen Fans war das egal. Immerhin konnten sie ihren Idole für dieses Geld beim Einsteigen wirklich nahe kommen. Zudem gab es auch eine Verdienstmöglichkeit. Die Fotos der Stars konnten die Fans mitunter Magazinen verkaufen.

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