Airbus A321 von Iran Air: Die Airline erhielt weniger neue Flieger als geplant.

Trotz US-SanktionenIran Air plant internationalen Ausbau - auch dank Mahan-Verbot

Die staatliche Fluglinie des Iran macht trotz Sanktionen derzeit Gewinne und will ausbauen. Auch europäische neue Ziele sind geplant.

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Kurz sah es aus, als stünden für Iran Air bessere Zeiten an. Doch das war schnell wieder vorbei. Im vergangenen Jahr sprachen die USA wieder Sanktionen gegen das Land aus, und die betrafen auch Flugzeugverkäufe. Nur 16 Flugzeuge konnten Airbus und ATR zwischen 2017 und 2018 an die Fluglinie übergeben. Eigentlich hatte die staatliche Airline des Landes Hunderte Jets bestellt, da ihre Flotte nach Jahrzehnte-langen Embargos hoffnungslos veraltet ist.

Die Umstände wurden immer widriger. Nachdem die Vereinigten Staaten weiteren Druck ausübten, dürfen Flugzeuge von Iran Air an vielen ihrer europäischen Destinationen nicht mehr betankt und gewartet werden. Doch trotz der Sanktionen vermeldet Iran Air positive Geschäftsergebnisse und möchte künftig das Streckennetz umbauen, um weiter zu wachsen.

Pilgerflüge sind wichtiges Standbein

Auf ihrer Hauptversammlung meldete die Fluglinie am vergangenen Samstag (9. November) für das letzte iranische Kalenderjahr, das im März 2019 endete, einen Anstieg des Betriebsgewinns. Wie die Zeitung Tehran Times berichtet, rechnet Iran Air auch für das aktuelle Jahr mit einem Überschuss. Ein Grund dafür soll vor allem sein, dass Iran Air im vergangenen September zur Haji-Saison viele Pilgerflüge nach Saudi-Arabien aufgenommen hat.

Und obwohl der Flottenzuwachs deutlich magerer als erhofft ausfiel, brachten die neuen Flugzeuge der Airline neue Kapazitäten. 13 der 16 neuen Flugzeuge sind Kurzstreckenflieger vom Typ ATR 72-600. Insbesondere im regionalen Streckennetz führte Iran Air deshalb neue Routen ein – jedoch mit gemischten Erfolg.

Neue Inlandsstrecken als Experiment

Die Staatsairline muss auch wenig nachgefragte Destinationen in ihr Netzwerk aufnehmen, um entlegene Standorte an das Luftfahrtnetz anzuschließen. Viele der neuen Routen haben deshalb einen «experimentellen» Charakter, schreibt das Portal Aviation Iran. Von zehn neuen Inlandsrouten, welche die Fluglinie mit der Einflottung der ATR 72 ab Bandar Abbas einführte, ist die Hälfte wieder eingestellt worden.

Bei internationalen Destinationen sieht es anders aus. Dort plant Iran Air einen größeren Ausbau. 16 neue Routen zu nahe gelegenen Ländern möchte die Fluglinie in naher Zukunft einführen, darunter Ziele in Pakistan, der Türkei, dem Oman, Turkmenistan oder Kuwait. Auch zu weiter entfernten Zielen möchte die Fluglinie neue Verbindungen aufnehmen - im Mittel- und Langstreckengeschäft hielt sich Iran Air in den letzten Jahren mit dem Ausbau eher zurück.

Ersatz von Mahan-Strecken

Iran Air plant auch, mit Madrid, Bangkok, Peking, Kuala Lumpur und Seoul, fünf bereits früher angebotene Destinationen erneut in ihr Netzwerk aufzunehmen. Wann diese Flüge starten, ist bisher aber unklar. Ab Januar 2020 wird Iran Air zudem Rom anfliegen.

Dort wird sie die zwei wöchentlichen Flüge von Mahan Air ersetzen. Der privaten iranischen Airline wird vorgeworfen, mit Truppen- und Waffentransporten das Assad-Regime in Syrien zu unterstützen. Ab dem 15. Dezember verhängte Italien der umstrittenen Mahan Air deshalb ein Flugverbot - zuvor tat es vergangenes Jahr Deutschland,  wenige Monate später zog Frankreich nach.

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