Thorsten Dirks: Der Eurowings-Chef musste einen Entschuldigungsbrief schreiben.

Verspätungen und AusfälleEurowings-Chef entschuldigt sich bei Passagieren

Diverse Probleme sorgen bei der Billigairline für eine Verspätungswelle. Nun entschuldigt sich der Chef von Eurowings bei den Reisenden.

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Der Druck auf Eurowings nimmt zu. Die Lufthansa-Billigtochter kämpft seit einiger Zeit mit massiven Verspätungen – und verärgert damit ihre Passagiere. Um diese nicht vollends zu vergraulen, meldet sich nun Geschäftsführer Thorsten Dirks persönlich zu Wort. Kunden erhielten am Freitag (22. Juni) eine E-Mail, in der er sich persönlich entschuldigt. «Wir haben nicht immer die Qualität erbracht, die Sie von uns erwarten und wie wir sie auch von uns selbst fordern», schreibt Dirks. «Sie sind zu Recht unzufrieden und wir sind es auch.»

Der Eurowings-Chef nennt auch Gründe. Seit dem Aus von Air Berlin arbeite man mit Hochdruck daran, die im Markt fehlende Kapazität zu ersetzen, so Dirks. «Dabei sprechen wir über die enorme Anzahl von mehr als 140 Flugzeugen.» Nie zuvor habe es im europäischen Luftverkehr einen derart gravierenden Marktaustritt gegeben. «Die laufende Übergangsphase ist operativ wie logistisch ein enormer Kraftakt, für den es keine Blaupause gibt.»

Besserung in Sicht?

Dirks weist auch darauf hin, dass auch externe Faktoren für viele Probleme verantwortlich seien. Dazu gehört das extreme Wetter. Doch als Hauptfaktor nennt der Manager etwas anderes – und haut damit in die gleiche Kerbe wie andere Airline-Manager in Europa, etwa Ryanair-Chef Michael O'Leary. «Insbesondere handelt es sich um signifikante Personalengpässe bei Europas Flugsicherungen sowie Dauerstreiks von Fluglotsen im europäischen Ausland, zuletzt immer wieder in Frankreich.» Ryanair hatte kürzlich vor allem die deutsche Flugsicherung angegriffen. Die irische Fluggesellschaft wirft den Flugsicherungen vor, zuwenig Personal angestellt zu haben, um alle Flüge abwickeln zu können.

Immerhin: Eurowings stellt den Kunden auch eine Besserung der Situation in Aussicht. «Durch den sukzessiven Zulauf weiterer Flugzeuge erwarten wir einen wieder zuverlässigeren Flugbetrieb», so Dirks. Der Transfer früherer Air-Berlin-Flugzeuge werde Ende Ju‍li abgeschlossen sein. Den anderen Problemen versuche man durch Maßnahmen wie zusätzliche Reserveflugzeuge, mehr eigenes Personal an den Flughäfen, größere Puffer in den Flugplänen zu begegnen.

Reisebüros beschwerten sich

Erst am Donnerstag (21. Juni) war bekannt geworden, dass Reisebüros sich in einem Schreiben an die Airline gewandt hatten, in dem sie ihrem Unmut Luft machten. Sie beschwerten sich vor allem über die Zusatzarbeit, die durch Annullierungen und Verspätungen entstehe. Die Reisebüros erwarten bis 30. Juni eine Antwort der Fluglinie. Sollte Eurowings sich nicht melden, werde man pauschal pro Änderung in einer Buchung 50 Euro verrechnen.

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