Europäische Kommission: In puncto Abwehr aufschließen zu den USA.

Gegen Emirates und Co.EU ergreift Maßnahmen gegen Staatsairlines

Die EU macht Ernst: Sie legt einen Vorschlag vor, wie heimische Fluggesellschaften besser vor staatlich geförderter Konkurrenz geschützt werden können.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Seit Jahren klagen Lufthansa und andere europäische Fluggesellschaften über die Konkurrenz vom Persischen Golf. Der Wettbewerb mit Emirates, Etihad und Qatar Airways sei unfair. Denn die würden mit Subventionen gedopt und von laxen Vorschriften auf dem Arbeitsmarkt sowie günstigen Finanzierungsmöglichkeiten beflügelt laufend mehr Marktanteile erobern. Gleiches wird chinesischen Fluglinien und teilweise auch Turkish Airlines vorgeworfen.

EU-Parlamentarier haben die Klage der europäischen Fluglinien erhört. Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat Ende März mit 28 zu 9 Stimmen für ein neues Schutzinstrument gegen subventionierte Fluggesellschaften gestimmt. Er unterstützt damit einen Vorschlag der EU-Kommission für eine Anpassung von Verordnung 868 von 2004 zum Schutz der hiesigen Airlines.

Brüssel kann früher reagieren als bisher

Die Parlamentarier verschärften den Entwurf der EU-Regierung sogar. «Man muss die guten weltweiten Konjunkturzeiten für die europäischen Airlines nutzen, um sich für schlechte Zeiten und mögliche Handelsstreitigkeiten auch im Flugverkehr zu wappnen», kommentiert der deutsche Europaabgeordnete Markus Pieper, der im Verkehrsausschuss sitzt. Mit der neuen Verordnung bekommt die EU-Kommission mehr Macht. Sie kann bei einer Schädigung europäischer Airlines Untersuchungen einleiten - auch wenn die Schädigung erst noch droht. Brüssel kann damit früher reagieren als bisher.

Die EU kann künftig aber nicht nur ermitteln, sondern auch handeln. Die Kommission darf gemäß dem Vorschlag des Verkehrsausschusses frühzeitig Abwehrmaßnahmen ergreifen - etwa Geldstrafen oder technische Maßnahmen wie die Einschränkung von Überflug- und Landerechten. Die betroffenen Airlines werden in diesem Prozess jedoch früh angehört und dürfen sich wehren. «Damit schließt die EU zu den USA auf, die bereits seit Jahren ein Schutzinstrument für die heimischen Airlines hat», sagt Pieper.

Definitive Fassung bis Ende 2018

Bis zum Ende müssen EU-Parlament und Kommission sich nun auf eine endgültige Version einigen. Noch herrscht nicht totale Einigkeit. Einige kleinere Staaten befürchten ein zu strenges Vorgehen der EU. Das könne zu Gegenschlägen mit Einschränkungen der Erreichbarkeit für gewisse europäische Regionen führen - so die Befürchtung.

Man begrüße jedes Gesetz, das ausgeglichen, angemessen und nicht-diskriminatorisch sei, heißt es von Emirates. «Es ist aber für Europa selbst wichtig, das dieses Instrument kein Schritt in Richtung Protektionismus bedeutet», so Tim Clark, Präsident der Golfairline. «Künstliche Barrieren mögen einigen dominanten europäischen Fluggesellschaften dienen, die dafür lobbyieren, aber sie verringern den Wettbewerb und das bedeutet weitreichende negative Konsequenzen für die Verbraucher, Flughäfen und Exporteure und die Flugzeugproduktion», so Clark weiter.

Die bestehende Verordnung 868 finden Sie hier.

Den Vorschlag des Verkehrsausschusses des Europäischen Parlaments finden Sie hier.

Mehr zum Thema

ticker-eu-europaeische-union

EU verhängt Flugverbot gegen Airlines aus Suriname und Tansania

ticker-eu-europaeische-union

EU-Staaten müssen neuen Kompromiss bei Fluggastrechten finden - Vorschlag im letzten Moment abgelehnt

ticker-eu-europaeische-union

Neue EU-Regel: Flugpreise grundsätzlich immer mit Handgepäck

ticker-eu-europaeische-union

EU will Entschädigungen bei Flugverspätungen weitgehend unverändert lassen

Video

vietnam airlines vn34 fuel dump load sheet 01
Eine falsche Beladung kann dazu führen, dass ein Flugzeug nicht rechtzeitig abheben kann. Der Ladesplan der Boeing 787 von Vietnam Airlines zeigt nun aber: Beim Vorfall am Flughafen München war dies nicht der Grund für das zu späte Abheben des Dreamliners.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die stehen gebliebene Boeing 787 von Vietnam Airlines nach der Landung in München: Die Blackbox wird ausgewertet.
Die Boeing 787-9 von Vietnam Airlines hinterließ beim missglückten Start in München Spuren am Ende der Piste und setzte während der Rotation mit dem Heck auf. Das bestätigt nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Die Ermittelnden untersuchen neben technischen und menschlichen Faktoren auch mögliche organisatorische Einflüsse.
Timo Nowack
Timo Nowack
Zerstörter Flieger von Mahan Air: Insgesamt wurden im Krieg gemäß der Regierung in Teheran 100 zivile Flugzeuge getroffen.
Insgesamt sollen es rund 100 sein: Im Iran wurden laut Angaben des Landes weit mehr zivile Flugzeuge durch Angriffe der USA oder Israels zerstört oder beschädigt, als bisher bekannt war. Für das Land ist das ein riesiges Problem.
Timo Nowack
Timo Nowack