Lufthansa-Flieger: Die Airline kämpft mit Verspätungen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr«Derzeit ist das, was wir bieten, nicht fünf Sterne»

Diesen Sommer gab es am Himmel viel Chaos. Lufthansa-Chef Carsten Spohr übt in der Sache auch Selbstkritik.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Schaut man auf die Geschäftszahlen, könnte Lufthansa sich nicht beklagen. Nach dem Umsatz gemessen ist die Gruppe inzwischen mit fast 36 Milliarden Euro der größte Luftfahrtkonzern der Welt. Der Reingewinn lag mit 2,4 Milliarden so hoch wie noch nie. 

Doch darauf ausruhen kann man sich nicht. Im täglichen Geschäft lief es in diesem Sommer Lufthansa alles andere als gut. «Unsere Kunden erleben einen Sommer, der geprägt ist von Verspätungen und Flugausfällen, von Wartezeiten, von Ärgernissen», so Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr am Montag (27. August) bei einer Veranstaltung in Frankfurt. «Derzeit ist das, was wir aus Kundensicht bieten, nicht fünf Sterne.»

Auch Lufthansa hat Anteil am Problem

Auch wenn in diesem Sommer durch Streiks, Lostenmangel und extremes Wetter oft die Schuld auf andere geschoben wurde; der Lufthansa-Chef ist sich darüber im klaren, dass sein Konzern auch einen Anteil daran hat. Das Aus von Air Berlin habe die ganze Branche vor Herausforderungen gestellt. Alle Airlines drängten in den Markt und das führte zu starkem Wachstum

Das wurde nicht immer souverän gemeistert. «Wachstum in unserer Branche geht leider offensichtlich nicht ohne riesige Wachstumsschmerzen», so Spohr. Und das würden leider in erster Linie die Kunden spüren.

Keine andere Wahl

Nach der Pleite von Air Berlin habe man keine andere Wahl gehabt, als die Lücken zu füllen, um Marktanteile in Deutschland zu verteidigen. Das sei eine historische Chance gewesen. Die internen Herausforderungen, die sich daraus ergaben, hofft Spohr bald gelöst zu haben.

Im Oktober sei die Pleite des einst größten nationalen Konkurrenten ein Jahr her. Zwölf Monate Zeit habe man sich gegeben, so Spohr. Dann wolle man die Qualität bei Eurowings so liefern, wie sie für «Europas am schnellsten wachsende Airline» sein solle.

Hoffnung auf Spitzentreffen

Doch nicht alle Probleme hat Lufthansa selbst unter Kontrolle. Spohr kritisiert die Infrastruktur, die mit dem Wachstum nicht mithalten könne. «Es fehlt Personal», sagt er, «Bei der Flugsicherung, den Bodendienstleistungen, den Sicherheitskontrollen.» Hinzu komme, dass man in «mindestens zwei Bereichen veraltete Prozesse» habe: Zum einen bei den Sicherheitskontrollen der Passagiere, aber auch bei der Flugsicherung im Himmel, «die nicht so funktioniert, wie sie könnte».

«Was wir für die Zukunft brauchen ist qualitatives Wachstum, bei dem die Infrastruktur mithält», so Spohr. Dann könne man wieder pünktlich und verlässlich abfliegen. Hoffnung setzt man in der Branche in ein Spitzentreffen Ende Oktober. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer wird sich mit Airlines, Flughafenchefs und anderen Branchenvertretern zusammensetzen, um darüber zu reden, wie man solche Situationen wie im Sommer 2018 vermeiden kann.

Mehr zum Thema

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Szene aus «111 - Echoes from Halifax»: Der Film zeigt die Tragödie anhand menschlicher Schicksale nach.
Anne Walser ist Produzentin des Kinofilms «111- Echoes from Halifax». Im Interview erklärt sie, weshalb das Thema Absturz von Swissair-Flug SR111 auch nach mehr als 25 Jahren noch aktuell ist, wieso sie bewusst auf einen Katastrophenfilm verzichtete und wie sich das Team vorbereitete.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin