Die Reise von Tokio nach Frankfurt ist ohnehin schon lang. Auch wegen der Vermeidung des russischen Luftraums dauern die Flüge meist um die 14 Stunden. Doch Reisende von All-Nippon-Airways-Flug NH223 hatten dieser Tage Pech. Sie verbrachten nach dem Start in Tokio Haneda am Dienstag (17. Februar) 14 Stunden in der Luft. Doch sie landeten nicht in Frankfurt, sondern wieder am Startort.
Die Boeing 787-9 mit dem Kennzeichen JA875A war einige Stunden ganz normal unterwegs. Weil ANA den russischen Luftraum meidet, führt die Route über Alaska und Grönland, einmal über den Polarkreis, um die Erdkrümmung optimal zu nutzen. Rund sechs Stunden nach dem Start, über dem arktischen Raum vor Alaska, drehten die Piloten jedoch um. Grund war eine Anzeige für niedrigen Öldruck in einem der Triebwerke. Zwar bestand kein akuter Notfall, doch nach ersten Versuchen zur Fehlerbehebung entschied sich die Crew zur Rückkehr nach Tokio.
Mehrere spektakuläre Flüge ins Nirgendwo
Solche Entscheidungen sind für Airlines heikel. Technische Anzeigen, die keine sofortige Landung erzwingen, lassen sich Passagieren schwer erklären, zumal das Ziel theoretisch noch erreichbar wäre. Doch häufig fehlen am Zielflughafen oder an möglichen Ausweichorten die passenden Wartungskapazitäten. Einen Langstreckenjet mit ungeklärtem Problem irgendwo abzustellen, ist für eine Airline meist die schlechtere Option. Am Heimathub hingegen stehen Techniker, Ersatzteile und Ersatzmaschinen bereit.
Air New Zealand brachte es auf 16 Stunden
Noch härter traf es 2023 Air New Zealand. Flug NZ2 von Air New Zealand musste auf dem Weg von Auckland nach New York JFK umkehren. Die Boeing 787-9 war Auf dem Flug im Februar bereits rund acht Stunden unterwegs und befand sich südlich von Hawaii, als die Crew die Anweisung erhielt, nach Auckland zurückzukehren. Grund war, dass das Terminal am Zielort wegen eines kleinen Feuers geschlossen werden musste. Nach insgesamt etwa 16 Stunden landete der Ultralangstreckenflug wieder am Ausgangspunkt.
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