Airbus A319 von Wind Jet: Gehen zurück an die Leasingfirmen.

SizilienBilligflieger Wind Jet gibt auf

Die italienische Fluggesellschaft groundete ihre Flotte. Zuvor waren Übernahmeverhandlungen mit Alitalia gescheitert.

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Das Chaos begann am Freitag. Wind Jet begann erste Flüge zu annullieren. Andere Flieger flogen nur mit massiver Verspätung vom Flughafen Catania-Fontanarossa los. Am Samstag (11. August) setzte die italienische Luftfahrtaufsicht Ente Nazionale per l'Aviazione Civile (Enac) dann einen Krisenstab ein. Er organisierte Ersatzflüge mit Alitalia, Meridiana und Blu Panorama. Zuvor hatte sie die Fluggesellschaft mit Sitz in Catania auf Sizilien gewarnt, sie könnte ihre Betriebslizenz bald verlieren. «Wind Jet weiß genau, dass sie nicht mehr in der Lage ist, für ihre Kosten aufzukommen. Die Lage ist dramatisch, sowohl für die Passagiere, als auch für die 500 Mitarbeitenden des Unternehmens», kommentierte Enac-Chef Vito Riggio öffentlich.

Das brach Wind Jet dann wohl das Genick. Am Samstagabend handelte das Management und gab bekannt, alle Flüge umgehend einzustellen. Die bereits verkauften rund 300'000 Tickets in der Periode bis Oktober sollen von anderen Anbietern honoriert werden. Die Passagiere könnten für einen Zuschlag von 80 Euro auf nationalen Strecken umbuchen, so die Ansage der Luftfahrtaufsichtsbehörde Enac. Internationale Routen würden mehr kosten.

Alitalia brach Verhandlungen ab

Auslöser des Endes mit Schrecken sind gescheiterte Verhandlungen über einen Verkauf der Billigfluggesellschaft. Im April gab Alitalia bekannt, dass sie Wind Jet vollständig übernehmen wolle. Ende Juli erhielt die italienische Nationalairline dann die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden. Doch am 1. August wurden die weit fortgeschrittenen Verhandlungen überraschend abgebrochen. Uneinigkeit über den Kaufpreis soll den Ausschlag gegeben haben. Auf Dienstag wurden nun Krisengespräche in Rom angesagt. Die Regierung will Alitalia und Wind Jet nochmals an einen Tisch bringen. Doch die Aussichten wurden nach dem Grounding wohl nicht besser.

Die 2003 gegründete Wind Jet betrieb eine Flotte aus fünf Airbus A319 und sieben A320. Damit flog sie ab italienischen Städten 33 verschiedene Ziele in zehn Ländern an. Am größten war ihr Angebot ab Catania, Palermo und ab Rimini. Wind Jet beförderte im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Passagiere.

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