Aer Lingus: Für viele Konkurrenten interessant.

Auch Turkish will Aer Lingus

Ryanair will die irische Nationalairline kaufen. Doch die Billigfluglinie ist mit ihrem Interesse nicht alleine.

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694 Millionen Euro will Ryanair für Aer Lingus zahlen. Es ist der dritte Versuch der Billigairline, den Konkurrenten zu kaufen. 2006 und 2008 scheiterte das Ansinnen bereits. Und auch dieses Mal will Aer Lingus sich nicht einfach schlucken lassen. Das Angebot sei viel zu niedrig, antwortete der Aufsichtsrat vergangenen Woche umgehend. Er gibt sich zuversichtlich, dass die neuerliche Attacke scheitern wird. Schließlich schaut sich die britische Wettbewerbsbehörde schon die Beteiligung von 30 Prozent an, welche Ryanair an der kleineren Rivalin besitzt.

Und es gibt offenbar noch andere vielversprechende Interessenten. So wird auch Abu Dhabis Etihad als potenzieller Käufer gehandelt. Die Fluggesellschaft hält bereits 3 Prozent an Irlands Nationalfluggesellschaft. Und nun meldet sich noch jemand zu Wort: Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet sei Turkish Airlines «sehr interessiert» an Aer Lingus. Das hätten verlässliche Quellen berichtet. Doch ganz einfach wäre eine komplette Übernahme von Aer Lingus durch Turkish nicht: Weil die Fluglinie nicht in der EU sitzt, könnte sie einen Anteil von höchstens 49 Prozent übernehmen.

EU-Partner?

Diese Regelung war laut Turkish Airlines auch einer der Gründe, warum man sich vom Kauf der polnischen Nationalairline Lot wieder abgewendet hatte. Laut der Reuters-Quelle wollen die Türken dieses Problem nun aber umgehen, indem sie möglicherweise mit einem Partner aus der EU zusammenspannen. Weder Turkish Airlines noch Aer Lingus wollten sich zum Thema äußern. Sowohl für Turkish als auch für Etihad würde Aer Lingus eine Möglichkeit bieten, mit Dublin ein neues Drehkreuz zu bekommen, von dem aus die Passagiere nach Fernost weiter reisen könnten.

Ryanair hat offenbar ebenfalls große Pläne mit dem irischen Anbieter. Schon lange wird darüber spekuliert, wann und ob die Billigairline Langstreckenflüge anzubieten beginnt. Der exzentrische Ryanair-Chef Michael-O'Leary hatte schon öfter angedeutet, er wolle Flüge für 10 Pfund in die USA verkaufen. Falls der Kauf gelingt, könnte das schneller der Fall sein als gedacht. Aer Lingus hält immerhin den drittgrößten Anteil an Slots in London-Heathrow und fliegt zu einer Reihe Überseezielen, die für Ryanair interessant sein könnten - etwa New York, Boston und Chicago. Ob Ryanair die Konkurrentin tatsächlich kaufen kann und so den anderen Interessenten einen Strich durch die Rechnung macht, diskutiert die irische Regierung morgen Dienstag (26. Juni).

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