Doha: Die Airline will liberaler werden, das Land bliebt oftmals repressiv.

KatarAirline-Manager festgenommen - weil er schwul ist

Die Nationalairline von Katar arbeitet gerade an einer liberaleren Unternehmenskultur. Nun ist in Doha ein Manager von Qatar Airways festgenommen worden. Der Grund: Er ist homosexuell.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Manuel Guerrero ist ein absoluter Profi. Seit bald einem Vierteljahrhundert arbeitet der britisch-mexikanische Doppelbürger in der Luftfahrtbranche. Er begann seine Karriere bei Lufthansa, arbeitete später für American Airlines, Aeromexico, British Airways und Star Alliance. Seit 2017 steht er bei Qatar Airways auf der Lohnliste.

Bei der Nationalairline von Katar ist der 44-Jährige für die Entwicklung des Bordproduktes zuständig. Doch momentan kann er nicht arbeiten. Denn Guerrero wurde am 4. Februar von der katarischen Polizei verhaftet. Der Grund: Er ist schwul.

Psychische Folter, Androhung von Schlägen

Nichtregierungsorganisationen und seine Familie erklären, Guerrero werde in einem Gefängnis in Doha festgehalten. Er bekomme keinen Rechtsbeistand, keinen Dolmetscher und sei psychologischer Folter ausgesetzt. Er sei unter Androhung von Schlägen gezwungen worden, sein Mobiltelefon zu entsperren und andere Mitglieder der LGBTQ+-Gemeinschaft zu verraten. Dabei habe er gehört, wie anderswo im Gefängnis Menschen ausgepeitscht worden seien. Auch zu wenig zu trinken und essen bekomme er, sowie würden ihm wichtige Medikamente vorenthalten. Auch Drogen sollen ihm untergeschoben worden sein.

Verhaftet wurde Guerrero beim Verlassen seines Hauses. Die Polizei hatte gemäß Nichtregierungsorganisationen offenbar ein falsches Profil bei der homosexuellen Dating-App Grindr erstellt und ein Treffen mit dem Luftfahrtmanager ausgemacht. Doch er traf nicht den Mann an, den er aufgrund seines Chats erwartete, sondern Polizisten.

Qatar Airways will «Kultur des Vertrauens»

Qatar Airways will sich zum Fall nicht äußern. Die Fluggesellschaft versucht unter ihrem neuen Chef Badr Al Meer eine liberalere Kultur zu schaffen. Zu einer der ersten Maßnahmen des Nachfolgers von Akbar Al Baker gehörte die Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre für Mitglieder der Kabinenbesatzung, die bis dahin zu bestimmten Zeiten in ihren Unterkünften sein mussten. Auch die strikten Social-Media-Regeln hat er gelockert.

Er wolle die Fluggesellschaft in eine «neue Ära» führen, in der «eine Kultur des Vertrauens und der Eigenverantwortung die Bausteine für unseren gemeinsamen Erfolg sein werden», so Al Meer bei einem Antritt. Allerdings erfordert eine Kultur des Vertrauens im Unternehmen auch Sicherheit und Freiheit der Angestellten im täglichen Leben.

Mehr zum Thema

Kabinencrews von Qatar Airways: Ein bisschen weniger strenge Regeln.

Neuer Chef von Qatar Airways lockert umstrittene Ausgangssperre für Crews

Regenbogenflaggen an einem CSD: Eurowings unterstützt die Anliegen.

Eurowings zeigt mit Pride Flights Flagge

Dreamliner mit Harvey-Milk-Portrait: Ein neuer Tail Fin Hero.

Norwegian ehrt Schwulenaktivisten

ticker-eu-europaeische-union

Kabinenpersonal-Verband kritisiert späte Prüfung des EU-Katar-Abkommens

Video

Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack