Flaggen des Iran und Ägyptens: Kurzes aviatisches Tauwetter.

Ägypten stoppt Iran-Flüge

Nach 34 Jahren Eiszeit erlaubte die Regierung in Kairo wieder Flüge in den islamischen Staat. Die neue Freiheit währte nur acht Tage.

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Es war eine kleine Sensation. Am 30. März hob am Flughafen Kairo zum ersten Mal seit einem Dritteljahrhundert wieder ein reguläres Passagierflugzeug in Richtung Iran ab. Die Maschine von Air Memphis brachte acht Passagiere nach Teheran. In umgekehrter Richtung brachte am darauffolgenden Tag ein Flugzeug von Egypt Air 45 iranische Touristen nach Assuan. Die internationale Presse sprach im Zusammenhang mit den Flügen von einem Tauwetter nach einer 34-jährigen Eiszeit. Denn nach dem Friedensabkommen zwischen Ägypten und Israel von Camp David im Jahr 1979 und der Aufnahme des gestürzten Schahs von Persien in Kairo wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Iran und Ägypten eingefroren.

Erst seit dem Wahlsieg der Islamisten im vergangenen Jahr beginnt sich die Stimmung zwischen den beiden Ländern wieder zu normalisieren. Auch im Bereich Reisen rücken der Iran und Ägypten seither wieder näher zusammen. Die Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und Mohammed Mursi unterzeichneten kürzlich eine Absichtserklärung, den gegenseitigen Tourismus gemeinsam voranzutreiben.

Proteste von Sunniten

Doch das Tauwetter dauerte nur acht Tage. Ägypten legte die Erlaubnis für Flüge in den und aus dem Iran nun wieder auf Eis. «Wir überprüfen die Situation noch einmal», erklärte Tourismusminister Hisham Zaazou am Sonntag (7. April). Vorerst sind die Flugreisen bis zur zweiten Hälfte Juni ausgesetzt. Offenbar stecken Proteste von Sunniten hinter der Kehrtwende. Sie werfen Teheran vor, die schiitische Glaubensrichtung in andere Länder exportieren zu wollen.

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