Der Unfall in Kigoma: Veraltete Maschine?

Air Tanzania: Heikler Deal mit China

Die Fluggesellschaft wählte mit China Sonangol den falschen Partner. Dieser vermittelte ihr längst veraltete Flugzeuge.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Der Unfall ging glimpflich aus. Nur einige leichte Verletzungen erlitten 35 Passagiere und Besatzungsmitglieder, als die Bombardier Dash-8-300 beim Start über die Piste des Kigoma Airport hinausschoss, das Bugfahrwerk verlor und in eine Wiese raste. Grund für den Unfall war ein Triebwerk, das versagte. Den Flieger musste Air Tanzania abschreiben. Damit halbierte sich auf einen Schlag ihre Flotte. Nur noch eine eine geleaste Boeing B757 fliegt nun noch für die Nationalairline. Den Unfallflieger hatte die Airline von der chinesischen Investmentfirma China Sonangol International Holding aus Hongkong erhalten. Sie gilt als verdeckte Staatsholding der Volksrepublik China.

Der Deal mit der Dash war Teil einer Absichtserklärung zwischen den Chinesen und Air Tanzania. Sie hatte zum Ziel, die marode Luftfahrt des Landes wieder zu beleben und der strauchelnden Nationalairline wieder auf die Beine zu helfen. Außer der Dash erhielt Air Tanzania im Jahr 2007 noch einen Airbus A320. Damals war der Geschäftsmann Sam Po in das Land gereist und machte große Versprechungen. Unter anderem versicherte er den Ausbau des Julius Nyerere international Airport in Dar es Salaam, der größten Stadt des Landes. Im Gegenzug soll er für sein Unternehmen Rechte zur Ölförderung erhalten haben, wie Politiker gemäß der englischen Zeitung The Guardian vermuten. Doch die Rechte widerriefen die zuständigen Behörden nach einer Anweisung des Parlaments im Jahr 2010 wieder - der Flughafen blieb in der Folge wie er war.

Schon bei der Übergabe veraltet

Und auch mit den Fliegern, die die Chinesen zurück ließen, stimmte etwas nicht. Laut Ludovick Utoh, dem Bilanzprüfer von Air Tanzania, seien die Flugzeuge schon damals veraltet gewesen, berichtet die Zeitung The East African. So musste etwa der A320 nach einer gründlichen Inspektion im Jahr 2010 an die Leasingfirma zurückgegeben werden - die libanesische Wallis Trading Company. Über diese hatte China Sonangol die Flugzeuge offenbar zur Verfügung gestellt. Der Airbus war laut Bericht der Regierung nicht mehr flugfähig. Ähnliches könne auch auf die Dash zugetroffen haben. Der Verlust, der Tansania aus den laut Utoh «dubiosen Geschäften» resultierte, betrug satte 200 Millionen Dollar. Davon hätte sich die Airline mindestens zwei neue Airbus-Mittelstreckenflieger selbst kaufen können.

Utoh verlangt nun, dass die Verantwortlichen der Regierung vor Gericht kommen, die Air Tanzania die obsoleten Flieger eingebrockt haben. Bei der Airline habe man damals nur den Auftrag bekommen, 500'000 Dollar im Voraus als Garantie zu zahlen - um dann hinterher altersschwache Flieger und einen Schuldenberg herauszubekommen.

Mehr zum Thema

ticker-iata

Luftfahrtverbände fordern einheitliche Passagierdatensysteme in Afrika

ticker-news

Afrikanische Entwicklungsbank plant Milliardenprogramm für Luftfahrt

Visualisierung einer Boeing 747 von Can Am: Gelingt der Aufbau einer Jumbo-Jet-Flotte?

Deutscher will USA, Kanaren und Afrika mit neuer Airline verbinden - mit Boeing 747 mit reiner Business Class

Airbus A330 von Brussels Airlines: Crews mit Zentralafrika-Einsätzen dürfen nicht mehr in die USA.

Wer nach Kinshasa flog, darf nicht mehr nach New York: Neue Regeln der USA fordern Brussels Airlines heraus

Video

regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack
Blick auf die Unglücksstelle: Die Boeing 767 F rutschte weit über die Piste hinaus.
Der Stimmenrekorder der in Miami verunglückten Boeing 767 F liefert erstmals Einblicke in die entscheidenden Minuten im Cockpit. Einer der Piloten des Fluges von Amazon Air warnte wiederholt vor dem hohen Tempo, automatische Systeme schlugen mehrfach Alarm.
Laura Frommberg
Laura Frommberg