Eine ATR42-500 von Air Madagascar: Die Airline kann fast nur noch im Inland fliegen.

Air Madagascar hat ein Jet-Problem

Weil die EU Zwei Jets von Air Madagascar auf die Schwarze Liste setzte, hat die Tourismusbranche im Lande Mühe.

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Luftfahrt

Ein Königreich für ein Flugzeug! So würde der berühmte Ausspruch aus Shakespeares Drama Richard III. lauten, wenn es heute in Madagaskar spielen würde. Der Präsident des Inselstaates versprach jedenfalls Anfang August, das größte Problem der nationalen Fluggesellschaft bald zu lösen. Innerhalb eines Monates bekomme sie ein neues Flugzeug, so Andry Rajoelina. Die Hilfe ist nicht ganz uneigennützig. Die EU hat zwei Boeing B767-300ER der Airline im April 2010 die Erlaubnis entzogen, den Kontinent anzufliegen. Sie machte dafür Sicherheitsmängel aufgrund ungenügender Wartung verantwortlich. Seither darbt die Tourismusbranche Madagaskars. Denn viele Airlines stellten nämlich ihre Flüge auf die Insel ebenfalls ein, weil sie die Sicherheit auf den Flughäfen für ungenügend halten.

Zwischenzeitlich behalf sich Air Madgascar mit der Miete einer Boeing B767-300 von Air Italy. Doch diese wurde nun am Freitag (26. August) am Flughafen Paris-Orly blockiert - wegen konstanter Sicherheitsmängel. Die Airline verlor dadurch ihre Anbindung nach Europa erneut. Die Not der Fluglinie wird dadurch noch größer. Und dem Präsidenten bleiben nur noch wenige Tage, um sein Versprechen einzulösen. Ein Funken Hoffnung bleibt Air Austral. Die Airline von der französischen Insel Réunion mustert zwei Boeing B777-200LR aus, die Air Madagascar übernehmen könnte. Noch ist aber ist kein Vertrag geschlossen worden.

Verkauft oder nach Asien

Eine der von der EU gesperrten Boeing B767s wurde von Air Madagascar bereits verkauft, die andere fliegt nun nach Guanzhou und Bangkok. Die Maschinen für Inlandflüge sind von den Maßnahmen selbstredend nicht betroffen. Die Flotte besteht aus Maschinen des Typs Boeing B737-300, ATR72-500, ATR 42-500, ATR 42-300 und De Havilland DHC6-300. Bei der Flottenerneuerung will auch China Madagaskar helfen. Im vergangenen November schloss der Staat mit dem China International Fund ein Abkommen, das diverse Investitionen der Chinesen auf der Insel zum Inhalt hatte.

Nachtrag vom 30. August

Die portugiesische Gesellschaft Euroatlantic leiht Air Madagascar eine Boeing 777-200 aus. Damit kann Präsident Andry Rajoelina sein Versprechen einen Tag vor dem Ablaufdatum einlösen.

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