Letzte Aktualisierung: um 14:26 Uhr

Mangelware SAF

Air France und KLM tanken ein Sechstel des globalen nachhaltigen Kerosins

Die Luftfahrt steckt ihre größten Hoffnungen in nachhaltige Kraftstoffe. Doch sie sind teuer und kaum verfügbar. Das zeigen auch Zahlen von Air France und KLM.

Grüne Luftfahrt? Bis sie Tatsache ist, vergeht noch viel Zeit. Technologien, die ein komplett klimaneutrales Fliegen ermöglichen, sind noch lange nicht alle ausgereift. Die größten Hoffnungen richten sich deshalb derzeit auf den Gebrauch von nachhaltigen Treibstoffen, im Jargon SAF genannt, kurz für Sustainable Aviation Fuel.

So hat etwa sich die Europäische Union erst kürzlich auf Beimischquoten geeinigt, zu denen Fluggesellschaften verpflichtet sind. Ab 2025 müssen sie mindestens zwei Prozent nachhaltigen Treibstoff tanken. Die Quote soll bis 2030 auf sechs Prozent steigen, ab 2035 müssen 20 Prozent des Treibstoffs im Tank nachhaltig sein, 2050 schließlich 70 Prozent. Nachhaltiger Treibstoff verspricht eine Reduktion der CO2-Emissionen um rund vier Fünftel.

Globale Produktion reicht nicht annähernd aus

Doch um die dafür nötigen Mengen überhaupt verfügbar zu machen, muss noch viel passieren. Denn aktuell reicht die globale Produktion der nachhaltigen Treibstoffe nicht einmal annähernd für das, was die Fluggesellschaften bräuchten. Das zeigen auch Zahlen, die Air France-KLM kürzlich bei einer Veranstaltung in Paris präsentierte.

Im vergangenen Jahr habe seine Gruppe 17 Prozent des global produzierten SAF genutzt, so Konzernchef Benjamin Smith. Zum Vergleich: Beim herkömmlichen Kerosin waren es nur drei Prozent. 2023 plant Air France-KLM, etwas mehr als ein Prozent des Treibstoffbedarfs über nachhaltigen Treibstoff abzudecken, bis 2030 soll der Anteil auf 10 Prozent steigen – etwas mehr also als das, was die EU vorgibt.

Verschiedene Herstellungsmethoden nötig

Um den Bedarf zu decken, hat die französisch-niederländische Gruppe unter anderem einen Vertrag mit Neste über eine Million Tonnen nachhaltigen Treibstoff aus Biomasse bis 2030 abgeschlossen. Doch diese Art der Gewinnung des nachhaltigen Treibstoffs wird nicht reichen, um den Bedarf zu decken. Denn Biomasse ist nur begrenzt verfügbar.

Essenziell wird in Zukunft also die Gewinnung von Saf durch andere Technologien – etwa die direkte Gewinnung aus der Luft – sein. Einige Unternehmen arbeiten bereits daran. So etwa Synhelion.

Swiss ist investiert in Synhelion

Das von ETH-Forschern gegründete Unternehmen hat Verfahren entwickelt, die es ermöglichen, CO2 aus der Atmosphäre zu filtern. Nachher kann man es «gemeinsam mit Wasser und mithilfe von konzentriertem Sonnenlicht in ein Synthesegas überführen, das zur Kraftstofferzeugung genutzt werden kann». Die Lufthansa-Tochter Swiss hat in die Entwicklung des Unternehmens investiert.

Wie die Methode von Synhelion funktioniert, sehen Sie im unten stehenden Video: