Die Spirit of Innovation: In der Nase des Fliegers sitzt der E-Motor.

Elektromotor, Ionenantrieb, Wasserstoff?Wie sieht die grüne Zukunft der Luftfahrt aus?

Die Spirit of Innovation aus dem Hause Rolls-Royce soll der schnellste Flieger mit E-Antrieb werden. Doch wo steht die Branche überhaupt, was grünes Fliegen angeht?

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Wenn man an Fliegen und Elektroantrieb denkt, dann sind Geschwindigkeitsrekorde momentan nicht das erste, was einem in den Sinn kommt. Doch das soll sich ändern, wenn es nach Rolls-Royce geht. Die «Spirit of Innovation soll das schnellste E-Flugzeug der Welt werden. Anfang März verkündete der Hersteller die ersten erfolgreichen Rolltests.

Der kleine Batterieflitzer ähnelt einem Kunstflugzeug und hat wie dieses auch nur Platz für einen Passagier. Und die Geschwindigkeit liegt immer noch unter der von heutigen Passagierflugzeugen. Bis zu 480 Kilometer pro Stunde soll das propellerbetriebene Flugzeug auf den Tacho bringen. Der bisherige Rekord liegt bei 342 Kilometern pro Stunde.

Hürden beim E-Antrieb

Mit dem grünen Flieger kommt Rolls-Royce dem Antrieb der Zukunft ein ganzes Stück näher. Ist die elektrische Fliegerei aber tatsächlich schon eine effiziente Alternative  zum Antrieb mit Kerosin zu, oder kostet sie mehr, als sie nützt? Noch stehen die Ingenieure vor vielen Herausforderungen beim Elektroantrieb.

Denn auch wenn es schon einige Projekte propellerbetriebener E-Flugzeuge gibt – diese Technik auf große Passagierjets zu übertragen ist nicht so einfach, da sich die Funktion von Propeller und Triebwerk grundlegend unterscheidet. Bei einem E-Propeller wird lediglich der Antrieb ersetzt, der den Propeller drehen lässt, der Propeller bleibt das schubbringende Mittel. Er dreht sich und sorgt somit für genügend Rückstoß, um das Flugzeug in Bewegung zu setzen.

Auch das Gewicht ist ein Problem

Bei einem Düsentriebwerk ist der Treibstoff die antreibende Kraft. Das Kerosin wird gezündet und der Rückstoß drückt das Flugzeug nach vorne. Wenn man ein Düsentriebwerk mit Strom statt Treibstoff betreiben will, so ist das, als würde man den Propeller abschrauben und versuchen, anderweitig Schub zu generieren. Der Ansatz ist also grundsätzlich verschieden.

Und dann ist da auch noch das Problem des Gewichts. Generatoren und Batterien sind um ein Vielfaches schwerer als ein normales Düsentriebwerk. Außerdem wird ein normales Flugzeug im Flug immer leichter, da das Kerosin verbrannt wird, ein E-Flugzeug hat die schweren Batterien durchgehend an Bord.

Ionenantrieb für Flugzeuge

Batterieantrieb ist indes nicht die einzige grüne Alternative, an der in der Luftfahrt geforscht wird. Auch der Antrieb mit Wasserstoff ist möglich. Darauf setzt etwa Airbus. Der Hersteller nennt dies eine «Option, die nach Ansicht von Airbus als sauberer Flugzeugtreibstoff außerordentlich vielversprechend ist».

Wer sich mit der Raumfahrt beschäftigt, kennt wohl das Konzept des Ionenantriebs. Eine Vielzahl an Satelliten sind mit Ionenantriebwerken ausgerüstet, um im Weltraum manövrierfähig zu sein. Und auch an einem Antrieb für die Luftfahrt wird geforscht  – etwa am Massachusetts Institute of Technology MIT.

Noch kein effizienter Einsatz

Ein Ionenantrieb erzeugt mit Hilfe von ionisierten Gasen einen sogenannten Ionenstrahl. Durch den Rückstoß dieses Strahls lassen sich Objekte, ähnlich wie bei einem Düsentriebwerk, beschleunigen. Auch beim Ionenantrieb dürfte es aber noch eine ganze Weile dauern, bis er effizient eingesetzt werden kann.

Als schnelle Zwischenlösung setzen vor allem Fluggesellschaft deshalb auf Biokerosin. Der nachhaltige Flugtreibstoff – im Branchenjargon Sustainable Aviation Fuels oder kurz SAF genannt – wird aus nachhaltigen Ressourcen wie Altölen, Energiepflanzen wie etwa Leindotter, Müll, Algen oder Zelluloseabfällen wie Sägespänen hergestellt. Er verursacht daher rund 80 Prozent weniger Treibhausgasemissionen. Der große Nachteil: Biokerosin ist rund vier Mal so teuer wie das herkömmliche Kerosin. Das liegt vor allem auch daran, dass das Angebot noch winzig ist.

Bilder der verschiedenen Projekte sehen sie in der oben stehenden Bildergalerie.

Mehr zum Thema

Airbus A330 Neo: Zuletzt kaum ausgeliefert.

Airbus entdeckt Qualitätsproblem bei Produktion des A330 Neo

ticker-airbus-konzern-

Airbus bildet Pilotennachwuchs für ANA All Nippon Airways aus

Der Airbus A320 von Titan Airways am 31. August 2026 in Hamburg-Finkenwerder: Übernimmt den Werksshuttle.

Airbus wechselt die Werksshuttle-Airline: Titan Airways löst Volotea ab

ticker-airbus-konzern-

Alleima liefert künftig auch Titanrohre für Airbus-Programme

Video

regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack
Blick auf die Unglücksstelle: Die Boeing 767 F rutschte weit über die Piste hinaus.
Der Stimmenrekorder der in Miami verunglückten Boeing 767 F liefert erstmals Einblicke in die entscheidenden Minuten im Cockpit. Einer der Piloten des Fluges von Amazon Air warnte wiederholt vor dem hohen Tempo, automatische Systeme schlugen mehrfach Alarm.
Laura Frommberg
Laura Frommberg