Betankung einer Boeing 737: Bald mit 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff betankbar?

Bis 2030Alle Boeing-Flugzeuge sollen biokerosinkompatibel sein

Der Flugzeugbauer hat sich verpflichtet: In neun Jahren sollen alle Boeing-Modelle auch zu 100 Prozent mit nachhaltigem Flugkraftstoffen fliegen können.

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Selbst wenn es finanziell attraktiv wäre, würden Fluggesellschaften ihre Flugzeuge nicht vollständig mit Biokerosin – im Branchenjargon Sustainable Aviation Fuels oder kurz SAF genannt – betanken. Denn das ist derzeit gar nicht erlaubt. Maximal die Hälfte des Treibstoffs darf gemäß den aktuellen Vorschriften aus alternativen Quellen stammen.

Das liegt daran, dass die Funktion der Kraftstoffsysteme der Flugzeuge und damit die Sicherheit auch mit neuen Gemischen garantiert werden muss. Vor allem beim Niveau der sogenannten aromatischen Verbindungen können sich herkömmliche und alternative Treibstoffe unterscheiden, daher die Vorsichtsgrenze. Boeing will sie jedoch überwinden. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 alle Flugzeuge mit 100 Prozent Biokerosin betrieben werden können.

Zusammenarbeit mit Luftfahrtaufsichtsbehörden

«Unsere Branche und unsere Kunden haben sich verpflichtet, den Klimawandel anzugehen, und nachhaltige Flugkraftstoffe sind die sicherste und messbarste Lösung, um die Kohlenstoffemissionen der Luftfahrt in den kommenden Jahrzehnten zu reduzieren», kommentiert Boeings Zivilluftfahrtchef Stan Deal in einer Mitteilung vom Freitag (22. Januar). Man werde nun in Zusammenarbeit mit den Luftfahrtaufsichtsbehörden analysieren, welche Änderungen es brauche, damit ein Betrieb mit alternativen Treibstoffen möglich wird.

Der Einsatz von Biotreibstoffen ist ein Weg, um das Ziel einer besseren Klimabilanz in der Luftfahrt schnell zu erreichen. Sie  werden aus nachhaltigen Ressourcen wie Altölen, nicht essbaren Pflanzen wie etwa Leindotter, Müll, Algen oder Abfällen wie Sägespänen hergestellt. Sie verursachen daher rund 80 Prozent weniger Treibhausgasemissionen. Sie haben derzeit aber noch einen großen Nachteil, sie sind rund vier Mal so teuer wie as herkömmliches Kerosin.

Strenge Prüfkriterien

Nachhaltige alternative Kraftstoffe müssen strenge Kriterien erfüllen. Sie werden zum einen im Hinblick auf einen sicheren Betrieb überprüft. Zum anderen überwachen spezialisierte Organisationen auch, ob sie in  ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht nachhaltig sind.

Eine von Airbus und Boeing mitgetragene Initiative des Weltwirtschaftsforums WEF hat die EU bereits aufgefordert, eine Pflicht zur Beimischung alternativer Kraftstoffe einzuführen. Dadurch würde es für Hersteller spannender, in die Herstellung zu investieren, was sich langfristig wiederum in der Form niedrigerer Preise niederschlagen würde. Getrieben von der Politik forscht Airbus jedoch an alternativen Treibstoffen, vor allem an Wasserstoffantrieben.

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